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Frauen verzichten freiwillig auf Geld

Verzicht auf Geld, dem Rollenbild zuliebe; Bild: thodonal/Fotolia.de
Verzicht auf Geld, dem Rollenbild zuliebe; Bild: thodonal/Fotolia.de

Eine Studie der Universität Chicago habe den Einfluss klassischer Rollenverteilungen und daraus resultierender Geschlechteridentitäten in den USA bereits belegt, berichtet das Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA). Demnach reduziert eine Frau im Durchschnitt ihr Arbeitsangebot und verzichtet damit freiwillig auf Geld, wenn ihr erzielbares Einkommen das ihres Mannes übersteigt.

Verdiensteinbußen der Geschlechterrolle zuliebe

Anna Wieber und Elke Holst (DIW Berlin) konnten diesen Effekt nun in einem IZA-Diskussionspapier teilweise auch für Deutschland bestätigen. Dafür analysierten sie anhand von Daten des Sozio-oekonomischen Panels den Anteil der Ehefrau am gemeinsamen Verdienst: Bei westdeutschen Paaren zeigte sich dabei ein deutlicher Bruch beim Überschreiten der 50-Prozent-Marke. Nur bei elf Prozent aller Paare verdiente die Frau mehr als der Mann. Dies spreche dafür, dass Frauen mit höherem Einkommenspotenzial geringere Verdienste in Kauf nehmen, um der traditionellen Geschlechterrolle zu entsprechen.

Mehr ostdeutsche Frauen Hauptverdiener als westdeutsche

In Ostdeutschland ist dieses Muster deutlich geringer ausgeprägt: Hier sind immerhin 27 Prozent der Frauen der Hauptverdiener in der Familie. Das ist historisch begründet, vermuten die Autorinnen: In Zeiten des Sozialismus habe die Vollbeschäftigung beider Geschlechter das Familienideal dargestellt.

Die Studie in englischer Sprache kann › hier heruntergeladen werden.

Quelle: www.personalpraxis24.de (ds)