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Benefits gegen weniger Gehalt?

Zwei Kinder, im Hintergrund eine Betreuerin
Unterstützung bei der Kinderbetreuung ist für gut ein Fünftel der Mitarbeiter ein Alleinstellungsmerkmal von Arbeitgebern.
Foto (CCO): pexels.com

Für den > Kienbaum Benefits Survey wurden Personalverantwortliche gefragt, auf welchen Anteil des Gehalts ihre Mitarbeiter nach Ihrer Einschätzung verzichten würden, sofern man ihnen die richtige Zusatzleistung dafür böte. Außerdem befragte die Arbeitgeber-Bewertungsplattform > Kununu als Kooperationspartner der Studie rund 11 000 Angestellte danach, worauf sie tatsächlich zu verzichten bereit wären.

Für Zusatzleistungen verzichten Mitarbeiter laut Studie auf gut zehn Prozent ihres Gehalts

Nach Ansicht der befragten Personalverantwortlichen könnten sich die Mitarbeiter mit 10,16 Prozent Abschlag bei der Vergütung arrangieren, wenn die angebotenen Zusatzleistungen auf die individuellen Bedürfnisse des jeweiligen Empfängers zugeschnitten sind. Die Befragung der Arbeitnehmer ergab, dass deren Verzichtsbereitschaft im Schnitt sogar bei 11,3 Prozent läge, falls dem Unternehmen ein passgenaues Angebot gelänge. Das Benefit-Angebot werde zum Alleinstellungsmerkmal, wenn es sich flexibel an die Bedürfnisse der Mitarbeiter anpasse und einen Bezug zur Arbeitgebermarke habe, sagt Matthias Kopiske, Senior Berater bei Kienbaum.

Die teilnehmenden Unternehmen sind davon überzeugt, dass sie sich insbesondere durch Benefits im Bereich Familie differenzieren können,

so Kopiske. Als attraktivste Einzelleistung werde hier die Unterstützung bei der Kinderbetreuung genannt. 22 Prozent der befragten Arbeitgeber bewerten diese als Alleinstellungsmerkmal.

Home Office und flexible Arbeitszeit als “Nice-to-have”?

Kununu unterschiedet bei Benefits zwischen Must-haves und Nice-to-haves, erklärt Johannes Prüller, Director Global Communications & Brand bei Kununu. Must-haves seien Leistungen, die von Arbeitnehmern als selbstverständlich betrachtet werden, etwa ein Firmenhandy oder kostenlose Snacks. Bei den sogenannten Nice-to-haves dagegen handele es sich um besonders wertige Benefits, die perfekt zum Mitarbeiter passen. Als besonders attraktiv würden hier flexible Arbeitszeiten, Home Office oder betriebliche Altersvorsorge bewertet. Wer aus solch einem Angebot frei auswählen dürfe, sei sogar bereit zum Verzicht auf bares Geld, sagt Prüller. Das Anbieten von Zusatzleistungen dient Arbeitgebern, so die Studie, sowohl zur Mitarbeitergewinnung als auch zur -Bindung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.