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Gängige Extraleistungen nicht immer zielführend

Schematische Darstellung eines Stifts, der auf einer Liste mit drei unterschiedlich freundlich schauenden Smileys liegt
Was Mitarbeiter auf dieser Liste ankreuzen würden, hängt weniger vom Gehalt und erzwungenem Teamgeist ab. Wichtiger ist das Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu tun und klare Prioritäten zu haben. Bild: Mohamed Hassan/Pixabay

Beispiel: der soziale Kontakt unter Mitarbeitern. Um die zwischenmenschlichen Interaktionen zwischen Mitarbeitern zu erhöhen, sind in vielen Unternehmen Großraumbüros Standard. 36 Prozent der deutschen Befragten arbeiten in klassischen Großraumbüros, acht Prozent in einem Co-Working-Space. Das ergab eine Studie, die vom Projektmanagement-Software-Anbeiter Wrike in Auftrag gegeben wurde. Die Entwicklung hin zu immer mehr gemeinsamen Arbeitsräumen ist nicht im Sinne aller: 45 Prozent, also weniger als die Hälfe aller Befragten in Deutschland, USA, Großbritannien und Frankreich, haben eine positive Ansicht über Zusammenarbeit. Die Nachteile, die sie bei ständigem Kontakt mit Kollegen sehen, sind die häufigeren Anfragen im Vorbeigang und stärkere Ablenkungen.

Auch der Versuch, den Gemeinschaftsgeist in der Belegschaft mit Teambuilding-Maßnahmen künstlich zu stärken, bereitet vielen Mitarbeitern keine Freude. Während 31 Prozent der Befragten angeben, an den Aktivitäten tatsächlich Spaß zu haben, sagen 32 Prozent, sie nähmen nur aus einem Pflichtgefühl heraus oder gar nicht teil.

Beim Gehalt gilt der scheinbar offensichtliche Zusammenhang nicht, dass mehr Geld zufriedener macht. Die Studienteilnehmer in Deutschland finden viel wichtiger, dass ihnen ihr Job sinnvoll erscheint. 40 Prozent aller Studienteilnehmer haben sogar schon einmal eine Gehaltskürzung akzepiert, um eine zufriedenstellendere Arbeit anzunehmen. Damit Mitarbeiter den Sinn in ihrer Arbeit erkennen, müssten ihre Ziele mit denen des Unternehmens übereinstimmen, befanden die Studienautoren. Da gibt es Nachholbedarf. Sechs von zehn der Befragten in den vier Ländern können sich nicht oder nur teilweise mit der Unternehmensphilosophie identifizieren.

Kulturelle Vielfalt und klare Prioritäten erhöhen Zufriedenheit

Wichtiger scheint etwa ein diverses kulturelles Umfeld zu sein: Unter den zufriedenen der befragten Mitarbeiter in Deutschland geben 92 Prozent an, dass an ihrem Arbeitsplatz eine durchschnittliche oder überdurchschnittliche Diversität herrscht.

Ein weiterer Faktor, den zufriedene Mitarbeiter an ihrer Arbeit schätzen, ist der Überblick über die eigenen Aufgaben. Die Mehrheit von ihnen gibt an, dass sie zu Beginn des Arbeitstages immer wissen, welche Aufgaben sie haben und welche am dringendsten erledigt werden müssen. In Deutschland gibt es keinen zufriedenen Mitarbeiter, der seine Prioritäten nie kennt.


Die Studie wurde vom Marktforschungsunternehmen Atomik Research im Auftrag des Projektmanagement-Software-Herstellers Wrike durchgeführt. Befragt wurden insgesamt 4000 Arbeitnehmer in Deutschland, USA, Frankreich und Großbritannien. Die ausführlichen Ergebnisse der Studie finden Sie › hier.

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