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Honorare auf bisherigem Höchststand

Aus einem Laptopmonitor kommen Geldscheine
IT- und Engineering-Freelancer sind sehr gefragt und lassen sich gut honorieren. Foto: © Jürgen Fälchle/Fotolia.de

Der durchschnittliche All-inclusive-Netto-Stundensatz (ohne Mehrwertsteuer) der IT- und Engineering-Freelancer im deutschsprachigen Raum liegt derzeit bei 89,87 Euro. Das sind 6,39 Euro und damit 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr – der höchste Zuwachs der letzten fünf Jahre. Die Honorarerhöhung lässt sich vor allem auf erhöhte Stundensätze im hochpreisigen Segment zurückführen: In diesem Jahr nehmen 14,6 Prozent der Freiberufler Stundensätze ein, die höher als 130 Euro sind, während es 2916 erst 4,6 Prozent waren. Das geht aus dem Studienteil “Stundensätze und Finanzielles” der Freelancer-Studie 2017 von Gulp hervor. Die Studie wurde bereits zum fünften Mal durchgeführt. Für die aktuelle Untersuchung wurden 1094 IT- und Engineering-Freelancer befragt.

Preiserhöhung gleicht steigende Ausgaben aus

Stefan Symanek, Leiter Marketing bei Gulp, führt den Preisanstieg bei den Top-Verdienern nicht nur auf demografische Gründe zurück, sondern auch auf weiter steigende Ausgaben wie Spesen, Reise- oder Versicherungskosten. Insgesamt hält er die erhöhten Honorare der IT-Freelancer für gerechtfertigt, da die Schere zwischen Umsatz und Gewinn in den vergangenen Jahren immer weiter aufgegangen sei: 2013 machten die Ausgaben der Freiberufler noch durchschnittlich 41 Prozent des Umsatzes aus, während es 2016 bereits 47,7 Prozent waren. Mehr als jeder zweite IT- und Engineering-Freelancer (53,3 Prozent) konnte seine Honorarforderungen dieses Jahr ohne Abstriche durchsetzen. Aufgrund des aktuellen Booms von Digitalisierungsprojekten seien die freiberuflichen Spezialisten gefragter denn je, so Symanek, und die Unternehmen seien bereit, dafür tiefer in die Tasche zu greifen.

Bald 90 Euro pro Stunde?

2018 will mehr als jeder zweite IT-Freelancer seinen Stundensatz weiter anheben. 55,2 Prozent planen, ihr Honorar im nächsten Projekt zu ändern. Davon sehen 45,7 Prozent eine Steigerung um fünf bis zehn Prozent vor. Dann dürfte die Schallmauer von 90 Euro beim durchschnittlichen Stundensatz bald durchbrochen werden, meint Symanek.

Weitere Informationen über die Studie stehen > hier zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.