Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Einkommen in Deutschland – große Spannbreite je nach Region

Foto in Abendsonne der Zeche Consol in Gelsenkirchen, Ruhrgebiet
Gelsenkirchen ist die deutsche Stadt mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Einkommen.
Foto: © luna1904/StockAdobe

Eine Studie hat die durchschnittlichen verfügbaren Einkommen der Privathaushalte in den 401 deutschen Land- kreisen und kreisweiten Städten untersucht. Danach haben Menschen in manchen Regionen doppelt soviel Geld zur Verfügung wie in anderen. In den meisten Städten und Kreisen ist das reale Haushaltseinkommen gestiegen, es gibt jedoch auch Verlierer.

2018 lag das verfügbare Einkommen pro Person (nach Steuern, Sozialabgaben und Sozialtransfers) in Deutschland bei durchschnittlich 23 295 Euro, das sind 12,3 Prozent mehr als im Jahr 2000. Zwischen Ost- und Westdeutschland gleicht sich das Pro-Kopf-Einkommen allmählich an: Während das verfügbare Einkommen im Osten zur Jahrtausendwende noch 81,5 Prozent des Westniveaus betrug, machte es 2016 bereits knapp 85 Prozent aus. Dennoch liegen die neuen Bundesländer – neben Teilen des Ruhrgebiets, des Saarlands und von Niedersachsen – noch deutlich zurück: Im Westen überschreiten 284 von 324 Kreisen und Städten die Marke von 20 000 Euro, im Osten sind es dagegen nur sechs von 77. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Dafür wurden die neuesten verfügbaren Einkommensdaten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder ausgewertet. Die neuesten Regionaldaten für Städte und Gemeinden reichen bis 2016.

Einkommensverluste in Offenbach am höchsten

Auch wenn das verfügbare Einkommen seit 2000 bundesweit im Schnitt gestiegen ist, ging es in 33 Kreisen und Städten zurück. Den stärksten inflationsbereinigten Verlust verzeichnete die Stadt Offenbach; dort ist das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen um 8,7 Prozent gesunken.

Landkreis Starnberg, Heilbronn und Hochtaunuskreis sind am wohlhabendsten

Der Landkreis Starnberg bei München weist mit durchschnittlich 34 987 Euro pro Person und Jahr deutschlandweit das höchste verfügbare Einkommen auf. An zweiter Stelle steht Heilbronn mit 32 366 Euro. Dort gab es den stärksten Anstieg: Das Pro-Kopf-Einkommen ist um 43 Prozent gewachsen. Das hängt laut Studie damit zusammen, dass in der Stadt mehrere wohlhabende Menschen leben (unter anderem der Milliardär Dieter Schwarz, dem der Handelskonzern Lidl gehört), wodurch sich der Einkommensschnitt deutlich erhöht. Am drittreichsten hierzulande ist der Hochtaunuskreis mit 31 612 Euro je Person und Jahr. In jedem dieser drei Orte/Kreise ist das durchschnittliche Einkommen höher als in Luxemburg, dem reichsten EU-Land der EU mit einem durchschnittlichen verfügbaren Einkommen von 30 600 Euro.

In Gelsenkirchen liegt das Einkommen so niedrig wie in Italien

Das Schlusslicht beim Pro-Kopf-Einkommen bildet Gelsenkirchen mit lediglich 16 203 Euro – weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens im Kreis Starnberg. Am untersten Ende der Skala rangieren außerdem Duisburg (16 881 Euro), Halle an der Saale (17 218 Euro), der Landkreis Vorpommern-Greifswald (17 303 Euro) sowie Frankfurt an der Oder (17 381 Euro). In den ärmsten Regionen ist das Einkommensniveau vergleichbar mit dem landesweiten Durchschnitt in Italien oder auf der französischen Insel Korsika, so die Studie.

Weitere Informationen über die Studie stehen zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

Ihre Meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »
ihre meinung zählt!
An Nutzerbefragung teilnehmen & Prämie sichern
Jetzt mitmachen »