Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Inflation lässt Reallöhne schrumpfen

Die Gehälter steigen weiter, allerdings fällt die Erhöhung niedriger aus und die Inflation frisst einen Teil.
Foto: © Marlon Bönisch/Fotolia.de
Die Gehälter steigen weiter, allerdings fällt die Erhöhung niedriger aus und die Inflation frisst einen Teil.
Foto: © Marlon Bönisch/Fotolia.de

Die Löhne und Gehälter hierzulande sind 2016 um 2,5 Prozent gestiegen. Wegen der niedrigen Inflation von 0,3 Prozent bleiben den Menschen dieses Jahr 2,2 Prozent mehr Geld im Portemonnaie. Mit jeweils 2,8 Prozent verzeichnen die Automobil-, Chemie-, Pharma- und Gesundheitsbranche die höchsten Steigerungen. Am niedrigsten fiel die Erhöhung in der kriselnden Energieindustrie aus, dort kam sie nur auf 2,3 Prozent.

Industrie und Maschinenbau am restriktivsten bei Lohnanpassung

Insgesamt fiel der Gehaltsanstieg allerdings um 0,2 Prozent niedriger aus als im Vorjahreszeitraum. Besonders restriktiv waren die Lohnanpassungen in der Industrie- und Maschinenbaubranche, dort lag die Steigerung um 0,6 Prozent niedriger als 2015. In der Automobilbranche gab es eine um 0,4 Prozent niedrigere Erhöhung. Etwas stärker gewachsen sind dagegen die Löhne in der IT und Hochtechnologie mit einer um 0,2 Prozent höheren Gehaltssteigerung sowie bei den Energieversorgern mit einem Plus von 0,1 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der deutschen Gehaltszahlen von > Korn Ferry hervor. Basis der Analyse ist die Gehaltsdatenbank PayNet, die Gehaltsdaten von mehr als 20 Millionen Arbeitnehmern in 25 000 Unternehmen weltweit enthält.

Seit 2012 wächst die deutsche Wirtschaft nicht mehr signifikant und verbleibt dauerhaft unter zwei Prozent. Die verhaltenen Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute auch für das nächste Jahr lassen Unternehmen leicht auf die Gehaltsbremse treten,

sagt Thomas Gruhle, Vergütungsexperte bei Korn Ferry.

Halbierung des Gehaltsanstiegs in 2017

Die Europäische Kommission prognostiziert für Deutschland eine Inflation von 1,5 Prozent. Korn Ferry geht davon aus, dass die reale Lohnerhöhung im nächsten Jahr nur bei rund einem Prozent liegen wird, das entspricht einer Halbierung des diesjährigen Anstiegs der Reallöhne.

Deutschland bei Reallohnsteigerung seit 2008 auf Platz vier

Im internationalen Vergleich westlich orientierter Industrienationen liegt Deutschland bei den Steigerungen der Reallöhne seit dem Jahr 2008, dem Beginn der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise, auf dem vierten Platz. Insgesamt stieg das reale Gehaltsniveau um fünf Prozent, bei gleichzeitigem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent. Nur Kanada (7,2 Prozent), Australien (5,9 Prozent) und Frankreich (5,2 Prozent bei nur 3,8 Prozent Wirtschaftswachstum) liegen vor Deutschland.

Die größten Gehaltszuwächse in der Bundesrepublik erzielten die Führungskräfte. Manager bekommen heute sechs Prozent mehr als 2008. Einsteiger und Mitarbeiter mit einfachen Aufgabenfeldern erhalten 4,2 Prozent mehr Lohn, Professionals und Spezialisten verdienen 4,7 Prozent mehr als vor acht Jahren.