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Nachgefragt: Gehälter und Zufriedenheit

Geldscheine und Gehaltsabrechnung, darüber Lupe
Eine aktuelle Studie hat unter die Lupe genommen, wie es in Sachen Verdienst und Überstunden aussieht.
Foto: © stadtratte/StockAdobe

In Deutschland beträgt das Brutto- durchschnittsgehalt von Fach- und Führungskräften 70 754 Euro im Jahr. Am besten verdienen Beschäftigte der Immobilienbranche; sie kommen im Schnitt auf 88 040 Euro. Die zweithöchste Vergütung erzielen Mitarbeiter der Branche Pharma- und Medizintechnik mit 83 267 Euro, auf Platz drei liegt das Gehalt von Arbeitnehmern der Versicherungsbranche mit durchschnittlich 79 816 Euro. Es folgen die Branchen Banken und Finanzdienstleistungen mit 78 818 Euro, Automobil und Fahrzeugbau mit 78 161 Euro sowie Industrie und Maschinenbau mit 79 091 Euro. Das geht aus der Gehaltsstudie 2019 von Xing hervor, für die rund 17 000 aktive Mitglieder in Deutschland sowie jeweils circa 2 500 Nutzer aus Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Weiterhin großes Ost-Westgefälle bei der Vergütung

Die Auswertung nach den deutschen Bundesländern ergibt, dass Arbeitnehmer in Hessen mit einem Durchschnittsgehalt von 76 972 Euro am besten verdienen. Die Plätze zwei und drei nehmen Bayern mit 75 931 Euro und Baden-Württemberg mit 72 526 Euro ein. Die geringsten Gehälter bekommen Beschäftigte in Mecklenburg-Vorpommern (52 929 Euro) und Sachsen (53 793 Euro). Auch insgesamt zeigt sich weiterhin ein großes Gehaltsgefälle zwischen Ost und West: In den westlichen Bundesländern liegt das durchschnittliche Bruttoeinkommen bei 71 827 Euro, während es in den östlichen Ländern nur 55 342 Euro beträgt.

Deutsche am unzufriedensten mit ihrer Bezahlung

Rund jeder zweite Studienteilnehmer der DACH-Region findet sein Gehalt zu niedrig. Dabei sind die Deutschen am unzufriedensten; 56 Prozent halten ihr Gehalt nicht für angemessen. In Österreich sind es 46 Prozent, in der Schweiz ist die Unzufriedenheit mit 43 Prozent am geringsten. Länderübergreifend sind mehr als 80 Prozent der Befragten für eine anonymisierte Offenlegung der Gehälter im eigenen Unternehmen. Darüber hinaus befürworten rund zwei Drittel (65 Prozent) der Studienteilnehmer eine Gehaltsobergrenze.

Vier von fünf Arbeitnehmern machen Überstunden

Zu den Studienergebnissen gehört auch, dass Überstunden weit verbreitet sind. Rund vier von fünf Xing-Mitgliedern, die in Vollzeit angestellt sind, arbeiten mehr als die vertraglich vereinbaren Stunden. Am häufigsten ist das in der Schweiz der Fall (84 Prozent), Deutschland steht mit 80 Prozent im Mittelfeld und in Österreich leisten 78 Prozent Mehrarbeit. Rund 30 Prozent der Befragten in der DACH-Region machen wöchentlich bis zu zehn Überstunden, circa ein Fünftel leistet sogar noch mehr zusätzliche Arbeit. Während in der Schweiz 44 Prozent der befragten Arbeitnehmer und in Deutschland 40 Prozent ihre Überstunden abbummeln können, sind es in Österreich nur 29 Prozent. Eine Bezahlung geleisteter Überstunden oder einen Freizeitausgleich gibt es bei 21 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer und bei je zehn Prozent der Deutschen und Schweizer. Dass Überstunden nicht vergütet werden, geben in Deutschland 46 Prozent, in der Schweiz 40 Prozent und in Österreich 37 Prozent an.

Für viele eine Option: weniger Geld für mehr Sinn

Die Arbeit ist nicht immer nur Brotverdienst: Immerhin jeder zehnte Studienteilnehmer würde für eine sinnstiftendere Arbeit den Job wechseln. Jeder zweite Befragte in Deutschland (50 Prozent) und Österreich (49 Prozent) wäre auch bereit, für eine erfüllende oder eine gesellschaftlich verantwortungsvolle Aufgabe weniger zu verdienen. Von den Schweizern gaben das sogar fast zwei Drittel (62 Prozent) an. Diese Haltung findet sich vor allem in der Generation Y: Jeder dritte 36- bis 45-Jährige in Deutschland, Österreich und der Schweiz sagt, die Sinnhaftigkeit der Arbeit sei wichtiger als das Gehalt.

Gut jeder zweite Mitarbeiter hierzulande kann im Home Office arbeiten

Neben dem Gehalt untersuchte Xing auch, wie häufig inzwischen das Home Office verbreitet ist. Danach ist die Möglichkeit, auch von zuhause aus zu arbeiten, in der Schweiz am häufigsten gegeben: 62 Prozent der Befragten dort geben dies an. In Deutschland sind es 56 Prozent, in Österreich mit 48 Prozent am wenigsten. Sofern Arbeitgeber die Möglichkeit bieten, im Home Office zu arbeiten, nutzen diese in der Schweiz 89 Prozent, in Deutschland 87 Prozent und in Österreich lediglich 51 Prozent. Von jenen Berufstätigen, die derzeit ihren Job noch nicht von zuhause aus erledigen können, hätten die meisten gern diese Möglichkeit: In Österreich sagten dies 73 Prozent, in Deutschland 71 Prozent und in der Schweiz 64 Prozent.

Sämtliche Studienergebnisse stehen zum > Download zur Verfügung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.