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Klassische Wirtschaft lockt als Jobperspektive

Digitalfirmen suchen selbst dringend Experten für den digitalen Wandel. Bewerber können zum Teil mit hohen Gehältern rechnen. 
Foto: © Gina Sanders/Fotolia.de
Digitalfirmen suchen selbst dringend Experten für den digitalen Wandel. Bewerber können zum Teil mit hohen Gehältern rechnen.
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Für fast drei Viertel (72 Prozent) der deutschen Unternehmen stellt die digitale Transformation eine große Herausforderung dar und die Firmen konkurrieren um Digitalexperten, die diesen Prozess leiten können. Diesen Bedarf an geeigneten Fachkräften spüren auch die Führungskräfte der Digitalwirtschaft. Mehr als jeder Zweite stellt fest, dass er deutlich mehr Stellenangebote von klassischen Unternehmen bekommt, im Durchschnitt sind es sieben Jobofferten im Jahr. Tatsächlich würden 87 Prozent der digitalen Unternehmenslenker in die klassische Wirtschaft wechseln, um dort die digitale Transformation voranzutreiben. Das sind Ergebnisse der aktuellen Gehaltsstudie von Cribb. Dafür wurden im Frühjahr/Sommer 2016 Geschäftsführer, Vorstände und Führungskräfte der deutschen Digitalwirtschaft anonym befragt. Berücksichtigt wurden die Daten von 407 Teilnehmern.

Digitalunternehmer reizen Perspektiven in etablierten Märkten

Obwohl fast zwei Drittel (64 Prozent) der Digitalunternehmer davon ausgehen, dass sie bei einem solchen Wechsel mehr verdienen würden, spielen ein höheres Gehalt oder eine bessere Position nur eine untergeordnete Rolle. Viel mehr reizen andere Chancen: Der größte Motivator ist für 59 Prozent der Experten die Perspektive, in einem etablierten Markt die Zukunft neu zu gestalten. An zweiter Stelle steht für 50 Prozent die Möglichkeit, sich persönlich weiter zu entwickeln. Allerdings gibt es Hemmnisse, die dem Wechsel offenbar entgegenstehen. Die größten Wechselhürden für Digitalexperten sind zu viel Bürokratie, zu lange Entscheidungswege und weniger unternehmerischer Einfluss.

Geschäftsbereich Digitalisierung besser bezahlt als General Management

Nicht nur die klassische Wirtschaft befindet sich im Wettbewerb um geeignete Anführer der digitalen Transformation. Auch für die Digitalwirtschaft spielt der Wandel eine große Rolle. Das spiegelt sich in den Gehältern wieder. So beziehen Entscheider, die für den Verantwortungsbereich Digitalisierung zuständig sind, mit durchschnittlich 249 839 Euro noch mehr als das General Management mit 210 858 Euro und der Bereich Operations mit 206 421 Euro. Ihr Gehalt ist im Vergleich zu 2014 sogar um neun Prozent gestiegen. Am besten verdienen Digitalisierungsverantwortliche im Bereich Digital Media (360 800 Euro) und Digital Services (304 143 Euro), gefolgt von Medienhäusern (255 000 Euro) und Digital Technologies (216 340 Euro). An letzter Stelle der Gehaltsliste stehen Geschäftsführer und Vorstände aus den Bereichen Marketing (155 148 Euro) und Produktmanagement (138 567 Euro).

Digital-Services- und Media-Unternehmen galten bisher immer als Technologieführer. Sie spüren jedoch auch den Druck durch Wettbewerber, die auf neue technologische Paradigmen aufsetzen und die Innovatoren von gestern in Bedrängnis bringen,

sagt Dwight Cribb, Geschäftsführer von Cribb. Mit der erneuten digitalen Transformation breche für sie die zweite Evolutionsstufe an, dies erkläre auch das hohe Gehaltsniveau, so Cribb.

Höchste Vergütung in Digital-Commerce-Unternehmen

Insgesamt betrachtet liegt der Durchschnittsverdienst von Unternehmenslenkern in der Digitalwirtschaft bei 196 796 Euro, davon beträgt der fixe Anteil 72 Prozent und der variable Anteil 28 Prozent. Die Spannweite ist jedoch sehr groß: Während die Spitzenverdiener auf bis zu 940 000 Euro kommen, beziehen andere ein Jahresgehalt von unter 100 000 Euro. Die Untersuchung nach Branchen ergab, dass Entscheider in Digital-Commerce-Unternehmen mit durchschnittlich 222 200 Euro die höchsten Gehälter erzielen. Damit liegen sie vor Geschäftsführern und Vorständen von Digital-Media-Unternehmen (213 569 Euro), Medienhäusern (204 363 Euro) Digital Services (193 905 Euro) und Software/SaaS-Anbietern (188 570 Euro). Deutlich schlechtere Einkommensperspektiven bieten Digital-Agenturen mit 178 509 Euro und Digital-Technologies-Unternehmen mit 172 086 Euro.

Die Studie untersuchte außerdem die Zusatzleistungen. Jeder zweite Befragte erhält einen Dienstwagen, jeder Fünfte Beteiligungen und Aktienoptionen und jeder Dritte eine betriebliche Altersvorsorge. Lediglich jeder Vierte erhält gar keine Zusatzleistungen. Im Vergleich zu 2014 haben die Zusatzleistungen prozentual abgenommen.

Die vollständigen Studienergebnisse können > hier angefordert werden.

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