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Welche Behauptungen zum Thema Gehalt sind richtig?

Terminkalender mit Eintrag
Mitarbeiter, die öfter ein Vergütungsgespräch einfordern, verdienen besser als andere. Foto: © Janina Dierks-stock.adobe.com

In die Betrachtung der fünf Behauptungen flossen die Ergebnisse der Studie “Gehaltsverhandlung in Deutschland” von > Stepstone ein, für die letztes Jahr rund 20 000 Fach- und Führungskräfte in Deutschland befragt wurden. Außerdem wurden zum Thema Jobwechsel 30 000 Datensätze aus dem Stepstone-Gehaltsreport 2017 ausgewertet.

Erste Behauptung: Eine Gehaltserhöhung bekommt man nur bei einer Beförderung

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Behauptung falsch ist. Das Gehalt steige auch ohne Positionswechsel. Allerdings sind die Gehaltssprünge deutlich höher für Beschäftigte, die Personalverantwortung übernehmen. Die Studie “Gehaltsverhandlung in Deutschland” zeigt, dass das Gehalt bei Mitarbeitern ohne Führungsfunktion bis zum 40. Lebensjahr um durchschnittlich 24 Prozent steigt, während Manager einen Zuwachs von 40 Prozent verzeichnen. Später können Arbeitnehmer ohne Personalverantwortung nur noch Gehaltserhöhungen von etwa vier Prozent erwarten. Dagegen steigert sich die Vergütung bei Angestellten in Leitungsfunktionen noch um durchschnittlich 37 Prozent.

Zweite Behauptung: Wer oft den Job wechselt, verdient mehr

Der Wechsel zu einem neuen Arbeitgeber ist in der Regel mit einer Gehaltserhöhung verbunden. Laut Studie verdienen Mitarbeiter nach ihrem ersten Jobwechsel durchschnittlich acht Prozent mehr, auch der zweite Wechsel der Arbeitsstelle bringt im Schnitt noch einmal sieben Prozent mehr Geld. Also stimmt die Behauptung, so Stepstone.

Dritte Behauptung: Frauen verdienen weniger, weil sie zurückhaltender sind

Diese Annahme, die auch oft als einer der Gründe für den Gender Pay Gap angeführt wird, bewahrheitet sich nicht, so die Autoren. In punkto Gehaltsverhandlung verhielten sich die Geschlechter ähnlicher als oft angenommen. Laut Studie fragen 42 Prozent der Männer ihren Arbeitgeber regelmäßig nach mehr Gehalt. Bei den Frauen seien es mit 38 Prozent nur etwas weniger. Allerdings seien Männer dann doch etwas erfolgreicher: 59 Prozent von ihnen bekommen in ihrem aktuellen Job tatsächlich eine Gehaltserhöhung gewährt, während es bei den Frauen nur 54 Prozent sind.

Vierte Behauptung: Wer wenig Gehalt fordert, hat bessere Jobchancen

Nach den Erkenntnissen von Stepstone ist auch diese Hypothese falsch. Der Grund: Arbeitgeber könnten allzu bescheidene Gehaltsvorstellungen leicht als Zeichen für geringe Erfahrung verstehen. Selbstbewusste, aber gleichzeitig realistische Vorstellungen seien daher sehr wichtig.

Fünfte Behauptung: Wer häufiger nach mehr Gehalt fragt, verdient auch mehr

Diese Annahme sei wahr, so die Analyse. 57 Prozent der befragten Arbeitnehmer hätten in ihrem derzeitigen Job mindestens einmal eine Gehaltserhöhung bekommen. Der häufigste Grund dafür war, dass sie die höhere Vergütung aktiv eingefordert hatten. Die meisten von ihnen (58 Prozent) brachten gute Leistungen als Argument vor. Tatsächlich fragten jedoch nur vier von zehn Mitarbeitern regelmäßig nach einer Gehaltserhöhung.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.