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Mehr als jeder Zweite findet sein Gehalt nicht angemessen

Ein Mann sitzt am Schreibtisch mit Laptop, hält ein Sparschwein in der Hand und schaut unzufrieden.
Lediglich 43 Prozent der Deutschen sind mit ihrem Gehalt zufrieden.
Foto: © Firma V/Fotolia.de

Die Gehaltsstudie 2018 von > Xing zeigt, dass sich rund 57 Prozent der Befragten in Deutschland ein höheres Gehalt wünschen. Von ihnen sind 38 Prozent der Ansicht, unter dem Marktdurchschnitt zu verdienen. Ein weiteres Drittel denkt, dass ihre Leistungen und vor allem Zusatzleistungen nicht entsprechend vergütet werden. Ein Sechstel vergleicht sich mit Kollegen und ist der Meinung, trotz gleicher Arbeit weniger zu verdienen.

Die Mehrheit wünscht sich Gehaltstransparenz im Unternehmen

So überrascht es nicht, dass sich etwas mehr als drei Viertel der Befragten (77 Prozent) einen transparenten Umgang mit den Gehaltsstrukturen in ihrem Unternehmen wünschen. Je höher allerdings das Einkommen ist, umso weniger möchten die Befragten, dass offengelegt wird, wie viel sie erhalten: Von jenen mit einem durchschnittlichen Bruttojahresgehalt unter 60 000 Euro wünschen sich 80 Prozent Transparenz. Von den Befragten, die 90 000 Euro und mehr bekommen, sind nur rund zwei Drittel mit einer Offenlegung einverstanden. Insgesamt sprach sich mehr als jeder zweite Studienteilnehmer für eine Gehaltsobergrenze aus.

Arbeit im Home Office weit verbreitet

Im Rahmen der Studie wurde auch danach gefragt, wie verbreitet flexible Arbeitsmodelle sind, insbesondere die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Dank digitaler Technologien können Mitarbeiter immer leichter vom heimischen Schreibtisch aus ihre Arbeit erledigen. Bei den Xing-Mitgliedern stehen klassische Arbeitsplätze mit täglicher Büropräsenz offenbar der Vergangenheit an: 87 Prozent der Befragten gaben an, regelmäßig im Home Office zu arbeiten. Von den deutschen Berufstätigen insgesamt hat dagegen nur knapp jeder zweite diese Möglichkeit.

Überstunden sind inzwischen Normalität

Die zunehmende Flexibilität und Mobilität beinhaltet Vorteile, kann aber auch zu einer Mehrbelastung führen. Aus dem Vorhaben “noch kurz Mails zu checken”, könne sich eine “Always-on”-Mentalität entwickeln, so Xing. Diese Tendenz zeige sich auch bei den Befragten. Inwiefern dabei auch Druck seitens des Arbeitgebers eine Rolle spielt, wurde nicht thematisiert. Jedenfalls gaben 82 Prozent der Studienteilnehmer an, regelmäßig Überstunden zu machen. Jeder Fünfte (19 Prozent) arbeitet wöchentlich sogar über zehn Stunden mehr als vertraglich festgesetzt. Mehrarbeit ist auf allen Hierarchieebenen der Fall. Führungskräfte machen im Schnitt 13 Überstunden pro Woche und auch Berufsanfänger kommen immerhin auf drei Stunden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.