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Mitarbeiter sind offen für neue Vergütungsmodelle

Vergütungsmodell
Nach New Work nun New Pay? Laut einer Befragung sind Mitarbeiter bereit, neue Vergütungsmodelle zu diskutieren. Foto: © duncanandison-stock.adobe.com

Viele Berufstätige in Deutschland und Österreich können sich mit alternativen Gehaltssystemen anfreunden, bei denen ihre Arbeitsleistung anders entlohnt wird als traditionell. Das zeigt eine Umfrage zum Thema “New Pay”, die Marketagent im Auftrag der Onlineplattform Xing durchgeführt hat. Dabei befragte das österreichische Marktforschungsinstitut im vergangenen Februar 1.000 Erwerbstätige in Deutschland, 500 Arbeitnehmer in Österreich sowie 500 Beschäftigte in der Schweiz zum Thema Gehalt.

Gewünscht: mehr Vergütungstransparenz im Unternehmen

Die Ergebnisse zeigen, dass knapp zwei Drittel der Deutschen (64 Prozent) und sieben von zehn Österreichern (70 Prozent) mit ihrer Entlohnung zufrieden sind. Dennoch würde es jeweils die Mehrheit begrüßen, wenn es in ihren Unternehmen mehr Informationen über die Gehaltsstrukturen und eine offenere Diskussion zur Vergütung gäbe. Einer der Gründe sei, dass damit bestehende Ungerechtigkeiten abgeschafft und die noch vorhandene Gehaltslücke zwischen Frauen und Männern geschlossen werden könnten. Sowohl hierzulande als auch in Österreich ist jeweils rund ein Drittel der Befragten der Meinung, dass männliche Arbeitnehmer in ihren Unternehmen bevorzugt behandelt werden, was die Gehälter und Chancen betrifft.

Leistung und Kollegialität sollten in Gehaltshöhe einfließen

Inspiriert von neuen Arbeits- und Organisationsformen – Stichwort “New Work”, verstärke sich auch die Diskussionsbereitschaft von Arbeitgebern und Mitarbeitern zu neuen Bezahlungsstrukturen oder “New Pay”, so Xing. Jeweils mehr als die Hälfte der befragten Deutschen und Österreicher wünscht sich eine Diskussion über neue Vergütungsmodelle, heißt es. Gut die Hälfte der Studienteilnehmer (55 Prozent) plädiert dafür, dass bei der Festsetzung der Gehaltshöhe nicht mehr allein die Präsenzzeit zugrunde gelegt wird. Laut Xing dürften dafür auch die Corona-bedingten Homeoffice-Erfahrungen eine entscheidende Rolle spielen. Statt sich nur an der Anwesenheit zu orientieren, sollten nach Ansicht der Befragten die Leistung und das Erreichen festgesetzter Ziele auch berücksichtigt werden, ebenso wie Kollegialität und gute Zusammenarbeit.

Darüber hinaus müssten Kreativität und Einfallsreichtum in die Leistungsbewertung einfließen und sich auf die Vergütung auswirken. Wie die Online-Befragung konkret erfolgte, geht nicht aus den Informationen hervor. Zu vermuten ist, dass es sich nicht um freie Eingaben handelte, sondern den Teilnehmern – wie bei Umfragen häufig üblich – eine Reihe von Aussagen/Möglichkeiten zum Auswählen vorgelegt wurden.

Außer Geld wäre vor Arbeitnehmer vor allem mehr Urlaub attraktiv

Die Arbeitnehmer wurden auch dazu befragt, welche Vergütungsbestandteile für sie neben den klassischen monetären infrage kämen. An erster Stelle bevorzugten die Teilnehmer zusätzliche Urlaubstage, gefolgt von vergünstigten Produkten und Dienstleistungen. Ein Firmenwagen wird laut den Ergebnissen immer weniger interessant für die Mitarbeiter. Das gilt zwar insbesondere für Frauen, aber zunehmend auch für Männer, von denen sich in beiden Ländern nur noch knapp 30 Prozent wünschen, vom Arbeitgeber einen Dienstwagen gestellt zu bekommen.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.