Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Mittelstand will bAV durch Gesundheitsvorsorge ergänzen

PC-Tastatur, darüber Aktenhefter mit Aufschrift
Die betriebliche Altersvorsorge bleibt für den Mittelstand wichtig, Gesundheitsangeboten kommen hinzu.
Foto: © zabanski/StockAdobe

Die Marktdurchdringung der bAV im Mittelstand ist bei Mitarbeitern, Führungskräften und Managern im Vergleich zu 2019 angestiegen. In größeren Betrieben mit 250 bis 500 Beschäftigten ist der Anteil der Mitarbeiter mit einer bAV besonders hoch, dort sorgt jeder Zweite betrieblich für das Alter vor. In kleineren Betrieben ist die betriebliche Altersversorgung am wenigsten verbreitet. Stark zugenommen hat die bAV bei Mitarbeitern des Topmanagements. Unternehmen mit 100 bis 500 Beschäftigten weisen die höchsten Anteile an bAV-Anwärtern unter Führungskräften auf. In Dienstleistungsfirmen ist die bAV bei Beschäftigten aller Hierarchieebenen stärker verbreitet als in Industriebetrieben. Das sind Ergebnisse der Studie “Betriebliche Altersversorgung im Mittelstand 2020” des F.A.Z.-Instituts im Auftrag der Generali in Deutschland. Dafür wurden Anfang dieses Jahres mehr als 200 bAV-Verantwortliche aus mittelständischen Unternehmen repräsentativ befragt.

bAV-Modelle mit gemischter Finanzierung stärker im Kommen

Im Schnitt boten die mittelständischen Betriebe 2019 rund 1,5 bAV-Modelle an. bAV-Modelle, die auf einer gemischten Finanzierung aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerbeiträgen basieren, sind gegenüber dem Vorjahr stärker gewachsen als andere; das gilt insbesondere für die Größenklasse von 250 bis 500 Mitarbeitern. Die rein arbeitnehmerfinanzierte Entgeltumwandlung bleibt stabil, während die rein arbeitgeberfinanzierte Betriebsrente erstmals seit drei Jahren wieder einen Zuwachs aufweist.

Mehrheit der Mittelständler will Gesundheitsvorsorge anbieten

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt machen sich mehr Mittelständler Gedanken darüber, wie sie ihre Belegschaft dabei unterstützen können, gesund zu bleiben. Viele Unternehmen wollen die bAV um Gesundheitszusatzleistungen ergänzen – auch um sich im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte besser zu positionieren. 88 Prozent der befragten Betriebe wollen mehr gesundheitsfördernde Maßnahmen anbieten, um die Arbeitskraft der Belegschaft zu sichern. Bei den Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern planen dies sogar 97 Prozent.

Teilübernahme der Kosten für Fitness & Co im Fokus

Die überwiegende Zahl der bAV-Verantwortlichen ist an einer Teilübernahme der Kosten für Gesundheitskurse und Fitnessanlagen interessiert, ebenso an ergonomischer Arbeitsplatzausstattung und an betrieblichem Eingliederungsmanagement (BEM). Auch drei Viertel der kleineren Betriebe sind offen für eine Teilfinanzierung von Kursen und Fitnessprogrammen. Laut Studie liegt die Zukunft der betrieblichen Vorsorge nicht mehr allein in der Altersversorgung, sondern auch in der betrieblichen Gesundheitsvorsorge sowie der Absicherung der Arbeitskraft.

Digitale bAV-Lösungen von Arbeitgebern und Mitarbeitern gefragt

Die Befragung zeigt außerdem, dass die betriebliche Altersversorgung selbst vom digitalen Wandel betroffen ist. Drei Viertel der bAV-Verantwortlichen sind der Meinung, die Anbieter sollten ganzheitliche digitale Lösungen bereitstellen, um der Komplexität der bAV und den Kundenwünschen auf Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite gerecht zu werden.

Die Studie steht > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

Themen