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Ost-West-Unterschiede bis zu 46 Prozent

Männer verdienen in Baden-Württemberg am meisten. Frauen nicht. Foto: © Piotr Marcinski/Fotolia.de
Männer verdienen in Baden-Württemberg am meisten. Frauen nicht. Foto: © Piotr Marcinski/Fotolia.de

Vergleicht man die Löhne der Landeshauptstädte, so schneidet München am besten ab; hier liegen die Gehälter 20 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Stuttgart folgt knapp dahinter mit plus 19 Prozent, auf dem dritten Platz liegt Düsseldorf mit einem Mehr von 14 Prozent. Die hinteren Ränge belegen Schwerin mit 26 Prozent unter dem Schnitt, Magdeburg mit 23 Prozent weniger und Erfurt mit minus 20 Prozent. Damit beträgt die Gehaltslücke zwischen München und Erfurt ganze 46 Prozent. Allerdings muss trotz der höheren Gehälter im Süden und Westen berücksichtigt werden, dass dort auch die Lebenshaltungskosten höher sind als in anderen Regionen.

Neue Bundesländer schneiden am schlechtesten ab

Was sich bei den Landeshauptstädten zeigt, spiegelt sich weitgehend auch in der Betrachtung nach Bundesländern wieder. Alle neuen Bundesländer befinden sich auf einem unterdurchschnittlichen Vergütungsniveau. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg -Vorpommern mit rund 27 Prozent weniger Gehalt. Es folgen Sachsen-Anhalt (minus 26 Prozent), Brandenburg (minus 23 Prozent), Sachsen (minus 21 Prozent) und Thüringen (minus 20,5 Prozent). Die Hauptstadt Berlin liegt mit knapp sieben Prozent im unteren Mittelfeld. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit einem überdurchschnittlichen Gehalt von plus acht Prozent. Es folgen Hessen (plus sieben Prozent), Hamburg (plus 5,6 Prozent), Bayern (plus 3,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen mit einem Prozent mehr. Die Gehaltsspanne zwischen dem vergütungsschwächsten und -stärksten Bundesland liegt damit bei 33 Prozent. Das zeigt die neue Vergütungsstudie “Gehaltsatlas 2015” des Vergleichsportals Gehalt.de. Insgesamt wurden 448.997 Arbeitsverhältnisse analysiert und nach Bundesland, Hauptstadt, Postleitzahlen, Geschlecht, Firmengröße, Wirtschaftssektor, Führungsverantwortung und Berufseinstiegsgehalt differenziert.

Auch akademische Berufseinsteiger verdienen im Süden am besten

Die höchsten Gehälter können Akademiker in den südlichen Bundesländern erwarten. Im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verdienen Uniabsolventen in Baden-Württemberg mit einem Plus 7,5 Prozent mehr Lohn am besten. Die hinteren Ränge belegen auch bei dieser Vergleichsgruppe die neuen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Frauen bekommen im Ländle gut ein Drittel weniger Geld als Männer

Nach wie vor werden Männer und Frauen bei der Vergütung nicht gleich behandelt: Weibliche Arbeitnehmer erhalten weniger Geld als ihre männlichen Kollegen. Die größte Entgeltlücke gibt es in Baden-Württemberg, dort bekommen Frauen 37 Prozent weniger Gehalt als Männer. Da ist es auch kein Trost, dass dort insgesamt die höchsten Löhne gezahlt werden und Arbeitnehmerinnen lediglich in Hessen (93,3 Prozent) und Hamburg (89,4 Prozent) im Schnitt besser verdienen als in Baden-Württemberg (87,1 Prozent). Mit rund 17 Prozent ist der Gender-Gap in Mecklenburg–Vorpommern, dem Schlusslicht der Gehaltstabelle, am geringsten.

Die komplette Studie steht > hier zum Downloaden bereit.