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Schein-Entlastung für Unternehmen

Sie warnen vor einer Verlagerung des Problems. Die Ausweitung des rückwirkenden Berechnungszeitraums führt  zu neuen bürokratischen Belastungen und verschiebt das Problem um drei Jahre nach hinten: Dies ist das Ergebnis der neuen HBG-Zinsverordnung. Unternehmen sind nun gezwungen, doppelt zu bilanzieren: nach neuer und alter Ordnung. Der sich daraus ergebende Differenzbetrag muss im Unternehmen belassen werden, da er sich nicht aus der eigenständigen Wirtschaftstätigkeit ergibt, sondern aus der Gesetzesänderung. Damit entsteht handelsbilanziell ein Passivtausch, der Rückstellungen in Rücklagen wandelt, die nicht aufgelöst werden können.
Nach Meinung der Berliner DIZ AG wurde das Problem der Unterfinanzierung von Pensionszusagen damit nicht gelöst, sondern nur vertagt. Diese Rücklagen würden erst im Laufe der Folgejahre wieder sinken, wenn sich die Zinsverläufe des Sieben-Jahres- und des Zehn-Jahres-Durchschnitts näherten.

Die Rechnung geht für die Unternehmen nur dann vorteilhaft auf, wenn die Zinsen mittelfristig wieder steigen, das ist aber unwahrscheinlich. Einerseits spricht die Nullzinspolitik der EZB gegen kurzfristig höhere Zinsen. Andererseits handelt es sich um einen langfristigen Trend. Die Durchschnittsrenditen an den Kapitalmärkten sinken, von kurzen Erholungspausen abgesehen, bereits seit 1973 kontinuierlich,  

sagt Thorsten Kircheis, Vorstand des Deutschen Instituts für Zeitwertkonten und Pensionslösungen AG (DIZ).

Auch bei mittelständischen Unternehmen fehlten insgesamt Milliardenbeträge für künftige Pensionen. GmbH-Geschäftsführer sollten daher jetzt verstärkt die Möglichkeiten der bilanziellen Auslagerung von Pensionszusagen prüfen. (cs)

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