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Schlichtung mit GDL erfolgreich abgeschlossen

Ulrich Weber, Personalvervorstand der Deutschen Bahn, äußerte sich zufrieden über das Schlichtungsergebnis mit der GDL.
Foto: DB AG
Ulrich Weber, Personalvervorstand der Deutschen Bahn, äußerte sich zufrieden über das Schlichtungsergebnis mit der GDL.
Foto: DB AG

Im September 2016 waren die Tarifverträge der Deutschen Bahn AG mit den beiden konkurrierenden Bahngewerkschaften EVG und GDL ausgelaufen. Seit 2015 verhandeln beide Gewerkschaften getrennt für das gesamte Zugpersonal, vorher hatte die GDL (Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer) ausschließlich für Lokomotivführer verhandelt. Im Dezember 2016 hatte die DB mit der EVG einen neuen weitreichenden Tarifvertrag vereinbart. Die GDL rief am 23. Dezember 2016 die Schlichtung an, dabei ging es sowohl um Entgelt als auch um Arbeitszeitregelungen für das Schichtpersonal. Insgesamt stellte die GDL 66 Forderungen. Nun ist die Schlichtung und damit die gesamte Tarifrunde bei der Bahn erfolgreich abgeschlossen.

Höhere Löhne in einem Gesamtpaket von über 5,5 Prozent

Wie bereits mit der EVG vereinbart, steigen die Löhne für DB-Mitarbeiter ab dem 1. April 2017 um 2,5 Prozent; bereits ausgezahlt ist eine Einmalzahlung von 550 Euro sowie von 250 Euro für Auszubildende. Dazu kommen weitere 2,6 Prozent für eine Absenkung der Referenzarbeitszeit zum 1. Januar 2018, die 2015 verabredet wurde und angerechnet wird. Ebenfalls wie für EVG-Mitglieder wird auch es für GDL-Mitglieder ab 2018 eine Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld, verkürzter Arbeitszeit oder mehr Urlaub geben. Die Lohntarifverträge laufen 24 Monate, rückwirkend ab dem 1. Oktober 2016 bis zum 30. September 2018; die Regelungen zur Arbeitszeit laufen 27 Monate bis Ende 2018.

Arbeitszeit: Individuelle und betriebliche Lösungen bleiben

Zum Abschluss, der für rund 34 000 DB-Mitarbeiter gilt, gehören neue Tarifregelungen, die dem Zugpersonal im Schichtdienst Verbesserungen und mehr Planungssicherheit für Arbeit und Freizeit bringen. Der einzelne Mitarbeiter erhält künftig eine Jahres-, Monats- und Wochenplanung mit mehr verbindlichen freien Tagen, Ruhezeiten und Schichten. Gleichzeitig bleiben Spielräume sowohl für betriebliche Lösungen als auch für flexible individuelle Dienstplanwünsche erhalten. Weitere Arbeitszeitvorschläge werden in betrieblichen Modellprojekten auf Praxistauglichkeit erprobt.

Die DB hat in der Tarifrunde mit EVG und GDL drei Ziele verfolgt und erreicht: Unsere Kunden können in Ruhe reisen und das Bahngeschäft läuft ungestört. Wir machen Arbeit und Freizeit für unsere Mitarbeiter planbarer und wir haben wirtschaftlich tragfähige Ergebnisse,

sagte DB-Personalvorstand Ulrich Weber, der die Einigung als wichtiges Signal und vernünftigen Kompromiss begrüßte.

DB und GDL machten für den Abschluss deutliche Zugeständnisse. Dazu gehört, dass es kein starres Arbeitszeitsystem geben wird, sondern es dabei bleibt, dass Lokomotivführer, Zugbegleiter, Bordgastronomen oder Disponenten im Schichtdienst je nach Arbeitsphase mal länger oder mal kürzer frei haben können. Auf der anderen Seite konnte die GDL ihre ursprüngliche Forderung nach einer Vier-Tage-Woche mit vollem Lohnausgleich nicht durchsetzen. Mit dem Abschluss wurde die durchschnittliche Fünf-Tage-Woche bestätigt, die bei der DB tariflich für alle gilt.

Die DB dankte den Schlichtern Matthias Platzeck und Bodo Ramelow für ihren Beitrag, “ein dickes Knäuel zu entwirren”, herausgekommen sei ein praxistaugliches Paket.

Die Statements der Schlichter gibt es > hier zum Download.

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