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Dieseldebatte & Co: Wohin geht die Fahrt in deutschen Unternehmen?

Zwei Tankkarten übereinander mit grüner Landschaft und grünem Tanksymbol
Wie grün sind die Firmenwagen hierzulande? Eine Studie zeigt den aktuellen Stand.
Foto: © Sven Krautwald/Fotolia.de

Für 90 Prozent der Unternehmen in Deutschland ist der Firmenwagen ein wichtiger oder sehr wichtiger Bestandteil der Vergütungsstrategie. Mittlerweile erläutern die meisten Firmen (82 Prozent) ihren Mitarbeitern den Wert dieser Leistung; vor drei Jahren waren es noch viel weniger. Entsprechend erfährt der Firmenwagen bei den Mitarbeitern auch eine zunehmend höhere Wertschätzung als Benefit. Das sind Ergebnisse der Studie “Firmenwagen und Mobilität 2017/2018” von > Lurse. An der branchenübergreifenden Befragung haben sich 48 Unternehmen beteiligt, vorwiegend aus dem Umfeld DAX, MDAX und größerem Mittelstand. Die Ergebnisse der Studie, die Ende 2017 durchgeführt wurde, wurden kürzlich veröffentlicht.

Jedes zweite Unternehmen will seine Firmenwagenrichtlinien 2018 anpassen

Als Folge politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen haben mehr als zwei Drittel der Arbeitgeber in 2016 und/oder 2017 die Firmenwagenrichtlinien angepasst; für dieses Jahr plant jedes zweite Unternehmen weitere Änderungen. Dabei spielen Umweltaspekte die wichtigste Rolle, gefolgt von Budgetanpassungen und Veränderungen des Portfolios. Von den Großunternehmen gaben 62 Prozent Umweltaspekte als Grund für die Anpassungen von Mobilitätsrichtlinien an, während bei Firmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern eher die Bedürfnisse der Belegschaft und die Kostenreduzierung im Zentrum stehen; jeweils knapp die Hälfte nannte diese Aspekte.

Top-Priorität bei Dienstwagen: Reduzierung des Co2-Ausstoßes

Bei der Anpassung der Richtlinien mit Blick auf Umweltaspekte steht die Absenkung des Co2-Ausstoßes im Mittelpunkt. Für 76 Prozent der befragten Unternehmen befindet sich dieses Motiv ganz oben auf der Liste. An zweiter Stelle steht die Subventionierung umweltfreundlicher Fahrzeuge mit 41 Prozent – in der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2014 gaben dies erst 21 Prozent der Unternehmen an. Aktuell beschränkt fast die Hälfte der Unternehmen den Co2-Ausstoß ihrer Firmenfahrzeuge. Im Durchschnitt liegt die Beschränkung bei 153 Gram pro Kilometer – vor drei Jahren waren es noch 159 Gramm.

Die meisten Firmen halten noch an Dieselfahrzeugen fest, setzen aber parallel auf alternative Antriebe

Obwohl den Unternehmen Umweltaspekte wichtiger werden, halten die meisten nach wie vor an Dieselfahrzeugen fest (der Befragungszeitraum lag allerdings vor dem sogenannten Diesel-Urteil vom 27. Februar 2018, das ein Verkehrsverbot für Diesel-Kraftfahrzeuge für zulässig erklärt hat), erweitern jedoch gleichzeitig ihren Fuhrpark um Fahrzeuge mit alternativen Antrieben: Drei Viertel der befragten Firmen haben bereits PKWs mit alternativen Antriebstechniken im Bestand. 2014 war dies lediglich bei gut jedem zweiten Arbeitgeber der Fall. In Großunternehmen sind die alternativen Antriebe mit 88 Prozent schon deutlich weiter verbreitet als in Firmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern, wo sie nur 60 Prozent ausmachen. Derzeit planen 71 Prozent der Studienteilnehmer, ihren Fuhrpark in Richtung alternative Antriebe umzustellen; 2014 gaben dies lediglich 55 Prozent an. Dabei geht es am häufigsten um Hybridfahrzeuge, direkt gefolgt von Elektroautos. Firmenwagen mit Gasantrieb sind weniger im Gespräch als vor vier Jahren.

Die Folgen des Diesel-Urteils bleiben abzuwarten

Auch wenn der Trend in vielen Unternehmen zu Firmenwagen mit alternativen Antriebstechniken geht, ist deren Anteil am Gesamtfuhrpark mit nur einem bis maximal drei Prozent jedoch noch sehr gering. Lediglich acht Prozent der Unternehmen, die Ende 2017 noch Dieselfahrzeuge nutzten, gaben an, ihren Fuhrpark spätestens Anfang dieses Jahres auf andere Antriebsarten umzustellen. Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts dürfte jedoch zu einem Umdenken führen. Immerhin hatte vor dem Diesel-Urteil bereits fast jedes zweite Großunternehmen schon Elektroladestationen installiert.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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