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Vier von zehn Arbeitnehmern bekommen Urlaubsgeld

Nicht jeder Berufstätige hierzulande bekommt vom Arbeitnehmer Geld für die Urlaubskasse.
Foto: © Gina Sanders/Fotolia.de
Nicht jeder Berufstätige hierzulande bekommt vom Arbeitnehmer Geld für die Urlaubskasse.
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42,6 Prozent der Beschäftigten hierzulande erhalten von ihrem Arbeitgeber Urlaubsgeld. Von den Arbeitnehmern, die in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeiten, bekommen 60,4 Prozent Urlaubsgeld, während es bei den Beschäftigten ohne Tarifvertrag nur 36,9 Prozent sind.

Frauen erhalten seltener Urlaubsgeld

Rund jeder zweite berufstätige Mann (50,7 Prozent) kann sich über Urlaubsgeld freuen, von den Frauen kommen lediglich 38,7 Prozent in den Genuss. Im Westen fällt der Anteil der Arbeitnehmer, die Urlaubsgeld beziehen, mit 49 Prozent höher aus als im Osten (33,2 Prozent). In größeren Unternehmen ab 500 Mitarbeitern profitieren 56,5 Prozent von der Zusatzleistung, in Kleinbetrieben unter 100 Beschäftigten liegt der Anteil mit 34,4 Prozent wesentlich niedriger. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der > Hans-Böckler-Stiftung. Für die Befragung wurden Angaben von rund 6600 Beschäftigten aus dem Jahr 2016 ausgewertet.

Das verarbeitende Gewerbe zahlt am häufigsten Urlaubsgeld

Auch die Branche entscheidet darüber, ob Mitarbeiter Urlaubsgeld beziehen, wobei oft ein Zusammenhang zum Grad der Tarifbindung besteht. Am weitesten verbreitet ist Urlaubsgeld im verarbeitenden Gewerbe; dort bekommen es rund zwei Drittel (mit 66,2 Prozent) der Arbeitnehmer. In den Bereichen Verkehr und Lagerei, dem Baugewerbe und dem Handel erhalten etwas mehr als die Hälfte der Beschäftigten Urlaubsgeld. In den meisten Dienstleistungsbranchen dagegen wird es nur einer Minderheit gewährt.

Spannbreite von 156 bis 2316 Euro

Die Höhe des tarifvertraglich vereinbarten Urlaubsgeldes fällt je nach Branche sehr unterschiedlich aus: In der mittleren Vergütungsgruppe bekommen Arbeitnehmer dieses Jahr zwischen 156 und 2316 Euro als tarifliches Urlaubsgeld. Das geht aus der aktuellen Auswertung des WSI-Tarifarchivs für 22 Wirtschaftszweige hervor. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Steinkohlenbergbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe. Die höchsten Zahlungen erhalten Mitarbeiter unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Druckindustrie, der Papier verarbeitenden Industrie und der Metallindustrie. Im Westen ist das Urlaubsgeld vielfach höher als in Ostdeutschland.

2017 Erhöhung in zwölf Branchen

Gegenüber dem Vorjahr hat sich das tarifliche Urlaubsgeld in zwölf von 22 untersuchten Branchen zwischen zwei Prozent (Holz- und Kunststoff verarbeitende Industrie, Druckindustrie, Einzelhandel) und zehn Prozent (Textilindustrie Ost) erhöht. In den anderen zehn Branchen gab es keine Erhöhung. Entweder fanden im Auswertungszeitraum keine Tarifverhandlungen statt oder das Urlaubsgeld wurde als Festbetrag vereinbart, der nicht automatisch mit dem Tarifabschluss steigt.

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