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Weiterhin Kluft zwischen Ost und West

Deutschlandflagge als Torten-Chart, mit nordöstlich abgetrenntem Viertel
Gehaltsmäßig bleibt der Osten immer noch vom Westen abgehängt.
Foto: © Fredex/Fotolia.de

Fachkräfte in Westdeutschland verdienen im Schnitt 57 150 Euro im Jahr. In Ostdeutschland dagegen liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt lediglich bei 42 385 Euro – das sind fast 15 000 Euro weniger. Auch im Stadtstaat Berlin reicht der Durchschnittsverdienst nicht an den des Westens heran. Das geht aus einer neuen Analyse des Gehaltsreports 2017 von > Stepstone hervor, für den im Herbst 2016 rund 60 000 Fach- und Führungskräfte befragt wurden, die in Vollzeit arbeiteten. 70 Prozent der Befragten waren Fachkräfte ohne Personalverantwortung, 30 Prozent waren Führungskräfte.

Hessen zahlt die besten Gehälter

Am besten bezahlt werden Fach- und Führungskräfte hierzulande in Hessen, sie bekommen durchschnittlich 62 055 Euro im Jahr. Ebenfalls zu den Spitzenreitern gehören Bayern mit 61 162 Euro, Baden-Württemberg (61 148 Euro) und Nordrhein-Westfalen (59 594 Euro). Es folgen die Stadtstaaten Hamburg (56 825 Euro) und Bremen (56 180 Euro) sowie die Bundesländer Rheinland-Pfalz (55 176 Euro) und das Saarland (54 724 Euro). Schleswig-Holstein (54 015 Euro) und Niedersachsen (53 805) sind die westlichen Bundesländer, die am schlechtesten vergüten. Noch niedriger fällt das Bruttogehalt in Berlin aus mit durchschnittlich 48 342 Euro.

Sachsen-Anhalt am Ende der Verdienstskala

Gehaltsmäßig gänzlich abgehängt sind Fach- und Führungskräfte in allen fünf östlichen Bundesländern. Noch am besten bezahlt werden Mitarbeiter in Brandenburg mit 43 017 Euro. Am Ende der Gehaltsskala liegen Mecklenburg-Vorpommern (42 523 Euro), Thüringen (42 302 Euro), Sachsen (42 285 Euro) und Sachsen-Anhalt, wo der Durchschnittsverdienst nur 41 800 Euro beträgt.

Ingenieure im Osten verdienen kaum mehr als Marketing-Fachkräfte in Hessen

Ein konkretes Beispiel zeigt, wie weit die Gehälter zwischen Ost und West auch bei bestimmten Berufsgruppen auseinanderliegen: Ingenieure werden bundesweit überdurchschnittlich bezahlt, doch in den östlichen Bundesländern kommt ein Ingenieur maximal auf einen durchschnittlichen Jahresverdienst von 57.386 Euro (in Brandenburg). Das sind nur rund 1200 Euro mehr als der Verdienst einer Marketing-Fachkraft in Hessen (56 143 Euro), wobei Marketing-Spezialisten bundesweit unterdurchschnittlich bezahlt werden. Ingenieure in Hessen verdienen im Schnitt 69 034 Euro im Jahr.

Das Gehaltsgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland lässt sich vor allem mit der Nachfrage nach Fachkräften erklären,

erklärt Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer bei Stepstone, die immensen Verdienstunterschiede. In Bundesländern wie Hessen oder Baden-Württemberg würden rund viermal so viele Fachkräfte gesucht wie beispielsweise in Sachsen-Anhalt.