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Wer macht das Rennen?

Ein Puzzle mit Geldscheinaufdruck, ein Puzzleteil fehlt, darunter ist ein Autosymbol sichtbar
Firmenwagen sind als Gehaltsbestandteil beliebt, doch nicht jeder profitiert gleichermaßen davon.
Foto: © bluedesign/Fotolia.de

Ob jemand einen Firmenwagen erhält, hängt zunächst auch von der Unternehmensgröße ab. In kleinen Betrieben mit bis zu fünf Beschäftigten beträgt der Anteil derjenigen, die ein Firmenauto fahren dürfen, 5,6 Prozent. In großen Unternehmen mit mehr als 20 000 Mitarbeitern liegt der Anteil bei rund 16 Prozent – das ist fast dreimal soviel.

Frauen haben bei Firmenwagen das Nachsehen

Dass Führungskräfte eher ein Fahrzeug von der Firma gestellt bekommen als Fachkräfte, ist eine Binsenweisheit. Was aber doch überrascht, ist, dass in Sachen Firmenwagen vor allem die Geschlechterklischees bedient werden: Während von den männlichen Fachkräften knapp 13 Prozent ein Firmenfahrzeug besitzen, sind es bei den weiblichen Fachkräften nur drei Prozent. Dieses Missverhältnis setzt sich auch in der Führungsetage fort, wenn auch nicht ganz so deutlich: Dort hat fast jeder zweite Mann einen Firmenwagen, aber nur circa jede vierte Frau (26 Prozent). Männer fahren auch die teureren Autos: Bei Fachkräften liegt der durchschnittliche Bruttolistenpreis bei 36 091 Euro, bei ihren weiblichen Kollegen lediglich bei 29 529 Euro. Auf Führungsebene kosten Firmenwagen für Männer 50 360 Euro und Frauen kommen mit 41 152 Euro deutlich preiswerter davon. Das sind Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung von Compensation Partner. Dafür wurden 537 275 Arbeitsverhältnisse analysiert. Von den befragten Beschäftigten waren rund 60 Prozent männlich und 40 Prozent weiblich.

Vertriebler führen das Rennen an

Mitarbeiter im Vertrieb und Verkauf – ob als Fach- oder Führungskraft – sind am häufigsten Besitzer eines Firmenwagens: Mit 22 Prozent macht der Anteil mehr als ein Fünftel aus. Es folgen Mitarbeiter der Bereiche Technik (13 Prozent), IT (9,7 Prozent), Marketing/PR (8,3 Prozent), Produktion und Handwerk (7,1 Prozent) und Personal mit sieben Prozent.

Im Branchenvergleich liegt das Bauwesen vorn; dort erhalten 25 Prozent aller Mitarbeiter einen Wagen vom Arbeitgeber. Der Grund dafür sind die häufigen Bauaufsichten und Außeneinsätze in dieser Branche. Relativ häufig werden auch Mitarbeiter im Großhandel (24 Prozent) und im Konsum- und Gebrauchsgüterbereich (21 Prozent) mit Firmen-PKWs bestückt. Am wenigstens verbreitet sind Firmenwagen von Angestellten in Krankenhäusern und Kulturinstitutionen – hier liegt der Anteil jeweils unter zwei Prozent.

Hohe Stellung – teures Auto

Je höher die Position und je höher das Gehalt, umso mehr Geld lassen Unternehmen für einen Firmenwagen springen. Wer 90 000 Euro im Jahr verdient, darf ein Auto im Wert von durchschnittlich 50 000 Euro fahren. Über die teuersten Autos mit einem Bruttolistenpreis von 55 000 Euro verfügen Geschäftsführer, von denen zwei Drittel einen Firmenwagen haben. Auch Führungskräfte aus dem Berufsbereich Steuern und Recht bekommen hochpreisige Autos (im Mittel mit einem Wert von 53 400 Euro) gestellt, von ihnen fahren allerdings lediglich 35 Prozent einen Firmenwagen. Im Schnitt erhalten fast 65 Prozent aller Führungskräfte einen Firmenwagen mit einem Durchschnittswert von 49 000 Euro. Von den Führungskräften im Personalbereich bekommen knapp 42 Prozent einen Wagen gestellt, der durchschnittliche Kaufpreis beträgt 48 818 Euro.

Unter den Fachkräften haben Mitarbeiter im Bereich Marketing und PR die teuersten Firmenwagen mit einem durchschnittlichen Listenpreis von 40 000 Euro – erklärt durch die Bedeutung der Außenpräsentation für die Firma, jedoch besitzen auch nur acht Prozent dieser Fachkräfte einen Firmen-PKW. Zum Vergleich: Von den Fachkräften im HR-Bereich bekommen nur sieben Prozent diese Zusatzleistung; der Wert der Firmenwagen liegt bei 32 603 Euro.

VW hält die Pole-Position

Die Untersuchung nach Marken ergab, dass der jahrelange Favorit Volkswagen auch dieses Jahr wieder am meisten verbreitet ist; 28 Prozent der Beschäftigten fahren einen Firmenwagen dieser Marke. Auf dem zweiten Platz steht Audi mit 18 Prozent, dicht gefolgt von BMW mit 13 Prozent. Mit seinen hauseigenen Marken wie Volkswagen, Audi und Skoda nimmt der VW-Konzern einen Marktanteil von 55 Prozent unter den Firmenwagen ein.

Der komplette Firmenwagenmonitor 2017 steht > hier zum Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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