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So machen Sie Homeoffice-Mitarbeiter zu Markenbotschaftern

HR-Werkstatt zu Markenbotschaftern im Homeoffice

Frage an die HR-Werkstatt: “Wie machen wir unsere Mitarbeiter im Homeoffice zu Markenbotschaftern?”

Es antwortet: Johannes Plass, CEO und Mitinhaber von MUTABOR.

Wer stolz auf seinen Arbeitsplatz ist, identifiziert sich stärker mit der Arbeitgebermarke. Gleichzeitig sind Mitarbeiter Botschafter dieser Marke. Idealerweise bietet auch das Bürogebäude eine Umgebung, die der Markenpositionierung entspricht. Darin sollten Richtlinien zu Corporate Design (CD) beziehungsweise Corporate Identity die Visualität, Botschaften und Atmosphäre klar orchestrieren.

Seit Beginn der Corona-Pandemie ist ein großer Teil der im Büro Beschäftigten ins Homeoffice gezogen. Im Vergleich zum Büro erscheint das Homeoffice als ungeregelter und nichtgestalteter Raum. Wo bleibt die Marke im Homeoffice? Wie gelingt es Unternehmen und Mitarbeitern ihr Image über die Bilder aus den Homeoffices an Kunden, Bewerber und andere Stakeholder in gewünschter Form zu transportieren? Es bedarf smarter Lösungen.

Schritt 1: Ihre Mitarbeiter sind die wichtigsten Markenbotschafter – auch im Homeoffice

Ihre Mitarbeiter stellen über ihre Schnittstellen nach außen Kontakt zu anderen Unternehmen oder Geschäftspartnern her – in vielen Fällen auch zum Endkunden. In der Regel geben Richtlinien vor, wie sich Unternehmensvertreter darzustellen haben. Dabei geht es nicht nur um Kleidung, Verhaltensweisen, Kommunikationsregeln und Sicherheitsregeln, sondern auch um die um die Gestaltung des Arbeitsumfeldes. Durch diese Vorgaben und Prozesse stellen Sie als Unternehmen sicher, dass Mitarbeiter nicht nur die Firma, sondern auch die Marke repräsentieren.

Das durch Corona erzwungene Homeoffice nimmt dem Mitarbeiter in Teilen diese Leitplanken. Auf einmal sitzen sie im T-Shirt statt in Hemd oder Bluse am Rechner, kämpfen mit der Kamera-Perspektive oder den Hintergrundbildern. Von der Präsenz Ihrer Unternehmensmarke ist nichts zu bemerken.

Schritt 2: Gestalten Sie Ihren Mitarbeitern einen markenadäquaten Homeoffice-Arbeitsplatz

 

MUTABOR zu Markenbotschaftern im Homeoffice

 

Das Homeoffice kann je nach Unternehmensmarke ein individuelles Branding erhalten. Foto: © MUTABOR

Grundvoraussetzung: Ihre Mitarbeiter müssen aus ergonomischen und technischen Gesichtspunkten an ihrem Arbeitsplatz sehr gut arbeiten können – auch im Homeoffice. Das haben Arbeitgeber sicherzustellen. Empfehlenswert ist in zweiter Instanz eine gebrandete Ausstattung, die Ihrem Mitarbeiter und Ihrer Marke einen Rahmen gibt. Dies kann auch dazu dienen, um den Büroplatz während der Arbeitszeit im Homeoffice vom eigentlichen Zuhause abzugrenzen.

Die Ausstattung kann aufgrund arbeitskultureller Historie je nach Generation und Position im Unternehmen sicherlich unterschiedlich ausfallen, insbesondere wenn ein Unternehmen eher hierarchisch geführt wird. Ein Mitarbeiter mit C-Level-Position ist in seiner Rolle als Markenbotschafter mit anderen Features und Inhalten auszustatten als ein Junior. Diese Unterschiede können sich zum Beispiel in der Qualität und dem Umfang der technischen Ausstattung und des Mobilars zeigen.

Feststeht, digitale Hintergründe für die Videokonferenz reichen nicht als Repräsentanz einer Marke und erst recht nicht, um Mitarbeiter zum Markenbotschaftern zu machen. Digitale Hintergründe sind virtuell und rein für die Außenperspektive gedacht. Eine bauliche Lösung hat mehr Wertigkeit nach außen und zeigt dem Mitarbeiter zudem auch nach innen, dass sein Arbeitgeber ihn wertschätzt. Darüber hinaus sitzt der Mitarbeiter in einer professionellen Homeoffice-Arbeitsumgebung und nicht beispielsweise am Küchentisch. Das zahlt sich sicherlich auf das Arbeitsergebnis und auf die Markenbotschaft nach außen aus.

Schritt 3:  Definieren Sie Markenkontaktpunkte in den Homeoffices Ihrer Mitarbeiter

Ein Markenkontaktpunkt ist grundsätzlich jede Möglichkeit, eine Marke zu kommunizieren beziehungsweise wahrzunehmen. Idealerweise versteht sich auch das Homeoffice als Desktop- und Präsentations-Arbeitsplatz. Bei internen wie externen Telefonkonferenzen, virtuellen Präsentationen und Events sowie neuen Formen der digitalen Kommunikation wirkt Ihr Unternehmen markenkonform.

Ist das Homeoffice professionell ausgestattet, können Sie ihr Firmenlogo,  aktuelle Kampagnen oder Produkte einbinden – digital oder analog und in wechselnden Perspektiven. Das ist nicht nur für Produktmanager interessant, die so ihre Arbeit ausstellen können, sondern auch für viele andere denkbare Unternehmensinhalte als Plattform nutzbar.

Schritt 4: Liefern Sie das technische Equipment – bestenfalls über das Vorgeschriebene hinaus

 

MUTABOR zu Markenbotschaftern im Homeoffice

 

Intelligente Hardware ermöglicht produktives Arbeiten und Präsentationen vor der Kamera. Foto: © MUTABOR

Im Homeoffice benötig Ihre Mitarbeiter vernetzte, intelligente Hardware. Beispiele dafür sind: ein höhenverstellbarer Schreibtisch, ein höhenverstellbarer Schreibtischstuhl, ein Laptop, ein Smartphone, ein Smartphone-Stativ, ein drehbarer Touch-Flatscreen, ein Stativ für diesen Flatscreen und einen Zweit-Bildschirm.

Diese Hardware, in unterschiedlicher Kombination, ermöglicht die klassische, produktive Arbeit am Schreibtisch genauso wie eine Präsentation vor der Handykamera (mit Stativ) oder der Monitor-Kamera. Ein zweiter Monitor kann, während einer Präsentation vor der Handykamera, auf einem Stativ als Whiteboard oder Präsentationsfläche dienen. Nice to have: Zum Feierabend lässt sich ein großer Monitor auch privat als TV nutzen.

Schritt 5: Bedenken Sie moderne Kollaborationsformate

Wichtig ist: Das Equipment muss moderne Kollaborationsformate unterstützen. Denn es geht nicht nur darum, mit Hilfe von adäquater Software die Kommunikation und den kreativen Austausch am Laptop oder am statischen Bildschirm zu erleichtern. Es geht um mehr: Wer beim Präsentieren oder in einer Moderation lieber steht, dem sollte ein moderner Arbeitsplatz genau das ermöglichen.

Vor allem die intelligente flexible Nutzung der Hardware macht bei der Nutzung von Software Produkten den Unterschied. Können Ihre Mitarbeiter wie gewohnt in einem Kollaborations-Format stehen sowie Gedanken schnell und für alle festhalten? Mit einem digitalen Whiteboard wäre dies möglich. Wer flexibel mit den Teilnehmern interagieren möchte, nutzt heute eventuell drei wechselnde Kameras (im Laptop, im  Smartphone, im Monitor).

Am Markt scheint sich bestimmte Software durchzusetzen, weil sie entweder die beste Usability bietet oder viel genutzt wird und sich stetig verbreitet. Microsoft Teams und Zoom dominieren derzeit wohl. Hinzu kommt die Verwendung von Second-Screen-Anwendungen über das Smartphone. Das heißt: Sie konferieren auf den Plattformen und nutzen parallel das Smartphone für die direkte Vernetzung von Telko-Teilnehmern untereinander.

Schritt 6: Schaffen Sie ein Markengefühl im Homeoffice

Das Homeoffice hat einen Impact auf unsere Zukunft: Es wird die Art und Weise des Wohnens und der Wohnraumplanung verändern. Ein qualitativ hochwertiger Arbeitsplatz ist seit jeher ein großes Argument im Employer Branding. Dieses Kriterium gilt ebenso im Homeoffice. Die logische Konsequenz: Statten Sie Ihre Mitarbeiter entsprechend aus und branden Sie das Homeoffice. In Zukunft könnte es zum Employer Branding gehören, je nach Hierarchiestufe eine entsprechende Ausstattung für das Arbeiten im Homeoffice anzubieten. Damit ist ein Package gemeint, das Ihr Arbeitnehmer sich selbst zusammenstellen und so seinen Arbeitgeber angemessen repräsentiert kann. Bei C-Level-Positionen wäre eine hochwertige Markenausstattung denkbar. Für die Anreize übr die Standardausstattung hinaus reichen vielleicht auch schon einige Accessoires, die auch aktuelle Kampagnen sichtbar machen. Über diese Maßnahmen findet das Markengefühl im Homeoffice seinen unmittelbaren Ausdruck. Damit machen Sie Ihre Mitarbeiter zu Markenbotschaftern.

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