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Corona-Krise befeuert Transformation des Personalbereichs

Geschäftsmann schaut in virtuelle Zukunft von HR
People Manager der Zukunft – was kommt auf sie zu?
Foto: © Egor-stock.adobe.com

Der Bundesverband der Personalmanager (BPM) hat gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Personalführung e.V. (DGFP), Egon Zehnder und der Quadriga Hochschule die Berufsfeldstudie “People & Organization 2020” durchgeführt. Dafür wurden zwischen Juli und September 1519 Personalmanager in Deutschland befragt.

New Work löst Recruiting als Top-Thema ab

Die Studienergebnisse zeigen, dass sich die Arbeitswelt in einem radikalen Umbruch befindet. Bereits vorhandene Trends haben sich durch die Krise noch weiter verschärft. In einem Umfeld permanenten Wandels steht HR vor zahlreichen Herausforderungen. Vor allem haben sich die Prioritäten stark verändert. Vor Corona stand das Thema Recruiting noch für 53 Prozent der Personaler an erster Stelle. Nun stufen sie New Work (ebenfalls mit 53 Prozent) als am wichtigsten ein. Recruiting hingegen kommt nur noch auf 18 Prozent.

Digitalisierung von HR-Prozessen erhält starken Schub

Neben der Etablierung von New-Work-Strukturen hat besonders die Digitalisierung von HR-Prozessen in den letzten Monaten einen Schub erfahren. So geben zum Beispiel drei Viertel der Personalmanager (75 Prozent) an, Kommunikationstools für virtuelle Gespräche intensiv zu nutzen. 2017 sagten dies erst 40 Prozent. Bei den Kollaborationstools zur virtuellen Unterstützung der Zusammenarbeit stieg die intensive Nutzung von 32 Prozent vor drei Jahren auf heute 44 Prozent. Gegenwärtig nutzen bereits 81 Prozent der Personalabteilungen Datenanalyse. 64 Prozent greifen häufig auf Prozessautomatisierung für administrative Vorgänge zurück, 62 Prozent nutzen die Datenanalyse für Learning-Prozesse, 55 Prozent für den Bereich Education und im Onboarding sind es 40 Prozent.

Personalentwicklung trotz Weiterbildungsbedarfs in der Krise stark vernachlässigt

Einen drastischen Einbruch hingegen erfuhren betriebliche Maßnahmen zur Personal- und Organisationsentwicklung. Das Thema Talent Management, das 2017 noch zu den Top-Themen gehörte, rutschte um acht Plätze nach hinten. Jedes zweite befragte Unternehmen hat seine Weiterbildungsbudgets in diesem Jahr eingeschränkt oder stark eingeschränkt. Gleichzeitig sieht jedoch jeder zweite Personaler (53 Prozent) einen Fortbildungsbedarf bei den Themen Digitalisierung und HR Analytics, 37 Prozent stellen Weiterbildungsbedarf bei der Arbeitsorganisation fest, 36 Prozent im Change Management.

HR muss sich wandeln und mehr Einfluss bekommen

Insgesamt bestätigen die Befragungsergebnisse laut Studie die Notwendigkeit, bestehende HR-Bereiche zu einflussstarken People & Organization-Einheiten zu transformieren – mit dem Fokus auf Strategic Direction und Transformation Architecture, Performance Navigation, People Enablement sowie HR Solutions and Operation. Das sei umso wichtiger, als der HR-Bereich derzeit noch zu wenig Managementverantwortung trage: Nur etwa jede dritte Personalfunktion (31 Prozent) gibt an, Einfluss auf den Strategieprozess und die Zielerreichung des Unternehmens zu haben. Bei circa 50 Prozent der Organisationen, die einen Corporate Purpose formuliert haben, hatte der Personalbereich im Befragungszeitraum eine steuernde Funktion.

Fazit: Künftige People Manager müssen mehr leisten

Die Studienautoren kommen zu dem Schluss, dass der People Manager der Zukunft deutlich mehr leisten muss. Big Data, Analytics, Transformations- und Change-Themen sowie die interne Unternehmenskommunikation müssten enger mit dem Personalbereich verzahnt werden. Entsprechend müssten sich das Kompetenzprofil und die Business-Erfahrung der Personalmanager deutlich verändern. Darüber hinaus sei HR gefordert, flexibel, vorausschauend und ergebnisorientiert auf neue Gegebenheiten zu reagieren.

Weitere Informationen zur Studie gibt es > hier als Download. Eine ausführliche Auswertung soll es in den nächsten Wochen geben.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.