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Corona-Krise verändert HR-Prozesse und Arbeitswelt

Frauenhände am Laptop mit Digitalisierungssymbolen
Remote, flexibel und digital – die Arbeitswelt ist wohl nach der Corona-Krise nicht mehr die gleiche. Die Entwicklung scheint gewünscht zu sein, wird sie doch oft ausschließlich positiv bewertet.
Foto: © Rymden-stock.adobe.com

Für die Kurzstudie “HR Pulse Check – Die HR-Funktion in und nach der Corona-Krise” befragte Kienbaum im Mai 190 Führungskräfte aus dem Personalbereich; davon kam etwa ein Drittel aus den größten Unternehmen in Deutschland.

Mitarbeiter vermissen ihr Team

Gefragt nach positiven Erfahrungen, stimmten fast alle Personaler (98 Prozent) der Aussage zu, die Krise gebe Rückenwind für flexibles/digitales Arbeiten. 91 Prozent sehen eine Stärkung des Zusammenhalts. 84 Prozent sind der Ansicht, dass die Krise Schübe für Remote-Führung/-Zusammenarbeit bewirkt. Bei den negativen Erfahrungen steht für 82 Prozent der Befragten deutlich im Vordergrund, dass Mitarbeiter ihr Team vermissen. Auch seien 58 Prozent der Mitarbeiter nicht strukturell vorbereitet. Eine mangelnde IT-Infrastruktur stellten lediglich 13 Prozent fest.

Kommunikation mit Belegschaft soll verbessert werden

Als Maßnahme zur Krisenbewältigung steht für die HR-Manager die intensive Mitarbeiterkommunikation im Vordergrund; 85 Prozent stimmten der Aussage zu. Für 76 Prozent spielt der Schutz der Belegschaft eine wichtige Rolle. Andere Aspekte wie beispielsweise die Liquiditätssicherung (58 Prozent) und die Kundenbindung (54 Prozent) rangieren weiter hinten.

Krise treibt den Wandel voran

Als Handlungsfelder für die Zeit nach der Krise priorisierten knapp drei Viertel der Studienteilnehmer (73 Prozent) “New Ways of Working”. Jeder Zweite (50 Prozent) stimmte dem Handlungsfeld “agile Unternehmenstransformation” zu. Fast vier von zehn Personalverantwortlichen (38 Prozent) gehen sogar  von vollständigen Restrukturierungen des Unternehmens aus.

Die zukünftige Rolle der HR

Im Fokus der HR-Funktion stehen in der akuten Situation Mitarbeiter im Krisenstab mit 80 Prozent Zustimmung, Gesundheitsschutz mit 50 Prozent und die Umstellung der Lernprozesse auf digitale Formate mit 46 Prozent.

Digitalisierung von HR-Prozessen und Flexibilisierung der Mitarbeiter im Fokus

Aus einer Liste vorgegebener Fokusthemen der Personalarbeit in den kommenden Wochen und Monaten traf die Digitalisierung der HR-Operations-Prozesse mit 56 Prozent auf die größte Zustimmung. Auf der Rangliste folgen die Flexibilisierung der Belegschaft (47 Prozent), die konsequente und nutzerzentrierte Digitalisierung der HR-Kernprozesse (46 Prozent), die Entwicklung einer nachhaltigen, unternehmensweit verankerten People-Strategie sowie Qualität, Krisenfestigkeit und Zukunftsfähigkeit des Managements (jeweils 35 Prozent) und das Re-Design des Operating Models (32 Prozent). Immerhin jedes sechste Unternehmen (16 Prozent) hat einen deutlicher Personalabbau im Rahmen der Restrukturierung im Blick.

Das Whitepaper zur Studie steht zum > Download bereit.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.