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Ein Personaler als Kommunikator

Portrait Kristian Redlich.
Kristian Redlich ist seit August 2020 Leiter Personal und Unternehmenskommunikation beim Reisemobil-Hersteller Capron. Foto: Capron GmbH

Personalwirtschaft: Herr Redlich, warum wechselten Sie in die Erwin Hymer Group zu Capron?
Kristian Redlich:
Capron und seine Mitarbeiter schreiben mit den Marken Carado und Sunlight seit ihrer Gründung 2005 eine Erfolgsgeschichte. Die Personalarbeit dieser Gesellschaften weiterzuentwickeln, ist eine reizvolle Aufgabe. Dabei kann ich meine langjährige Erfahrung in der Industrie einbringen und mit meinem
Team den Schritt zum Gestalter machen. Ein weiteres Argument für die Entscheidung: Erstmals steht das Produkt meines Arbeitgebers für Entspannung, Urlaub und Unabhängigkeit. Das erleichtert die Identifikation ungemein. Die Geschäftsführung wie auch die HR-Kollegen haben mir den Einstieg sehr leicht gemacht.

Ihre neue Stelle als Personalleiter traten Sie bereits im Januar 2020 an. Nun haben Sie zusätzlich die Unternehmenskommunikation übernommen – eine eher ungewöhnliche Kombination. Welche Gründe waren ausschlaggebend?
Die beiden Themen sind bei Capron ohnehin schon immer eng verzahnt gewesen. Personalmarketing und Arbeitgeberkommunikation wurde beispielsweise von der Abteilung Unternehmenskommunikation umgesetzt. Da ich in beiden Feldern beruflich unterwegs war, hat sich die Verknüpfung in der neuen Rolle angeboten. So ungewöhnlich finde ich die Kombination im Übrigen gar nicht. Der HR-Bereich äußert sich täglich im Namen des Unternehmens. Bisher sicherlich mit dem Schwerpunkt auf der direkten Kommunikation mit dem Mitarbeiter. Die Unternehmenskommunikation dagegen hat sich in der Vergangenheit vor allem nach außen gerichtet. Mit der Kombination nutzen wir nun Synergien und Schnittstellen.

Wo sehen Sie Parallelen, wo Konflikte zwischen beiden Aufgaben?
Ein ganz wesentlicher Aspekt der Personalarbeit ist das Thema Führung.

Gute Führung geht in der Regel einher mit guter Kommunikation.

Verständnis und Transparenz schaffen sind dabei wichtige Eckpfeiler. Einerseits Transparenz herzustellen und andererseits Vertraulichkeit zu gewährleisten, ist ein Spannungsfeld. Hier das richtige Maß zu finden, wird ein wichtiges Thema für die Zukunft sein.

Mit den Restriktionen der Corona-Krise bezüglich Flug- und Fernreisen liegt die Vermutung nahe, dass Wohnmobile verstärkt nachgefragt werden – ist das so?
Das stimmt absolut! Die Auswirkungen der Krise haben dem ohnehin wachsenden Markt noch weiteren Auftrieb beschert. So hat sich beispielsweise die Zahl der Neuzulassungen von Reisemobilen in Deutschland im Juni im Vorjahresvergleich um 65 Prozent erhöht. Themen wie Autarkie, Flexibilität und Entschleunigung haben in den letzten Monaten enorm an Bedeutung gewonnen, und dafür steht auch der Urlaub im Reisemobil.

Ihr Interesse geht über den aktuellen Job hinaus, Sie verfolgen die HR-Szene aufmerksam und bezeichnen sich selbst als enthusiastischen Personaler. Wie würden Sie den aktuellen Status
des Berufsstandes aus Ihrer Sicht beschreiben?

Das Rollenverständnis der Personalabteilung hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt: vom administrativen Umsetzer zum strategischen Partner der Geschäftsleitung. Eine sehr erfreuliche Entwicklung. Um dieser Rolle nachhaltig gerecht zu werden, müssen sich Personalabteilungen Freiraum verschaffen. Durch Standardisierung und Automatisierung kann das gelingen. Gerade bei diesen Themen sehe ich aber noch reichlich Nachholbedarf.

›› Dieser Beitrag ist zuerst in unserer Oktober-Ausgabe erschienen. Ein Abonnement können Sie hier abschließen.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.