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Erlebnis mit Ergebnis

Bühne und Menge auf einem Konzert.
Immer mehr HR-Events werden zu “Festivals”. Foto: m.mphoto

Personalwirtschaft: Woher kommt die Idee, HR-Events als Festival oder Happening zu gestalten?
Alexander Petsch:
Der konzeptionelle Ansatz entstand durch die Gespräche mit Recruiting-Verantwortlichen und zukunftsorientierten Dienstleistern im HR-Bereich, in dem wir seit ungefähr 20 Jahren aktiv sind. Es ist unsere Aufgabe, unseren Besuchern in möglichst wenig Zeit möglichst viele auf sie zugeschnittene Themen für ihr Daily Business zu vermitteln. Indem wir in moderner Art auf Augenhöhe mit ihnen kommunizieren, können die Inhalte leichter verarbeitet werden. Gleichzeitig können sich die Besucher live mit Menschen vernetzen und austauschen, die mit denselben Fragestellungen konfrontiert sind und dieselben Interessen verfolgen.

Frank Thieme: Die Idee hinter diesen neuen und agilen Event-Formaten kommt aus dem Bedürfnis heraus, sich mit anderen Gleichgesinnten zu ähnlichen Interessen oder Herausforderungen auszutauschen und zu vernetzen. Teilnehmer möchten ihre eigenen Themen einbringen und mit anderen diskutieren, um so zu Ideen und Lösungen zu kommen, auf die sie alleine nicht gekommen wären. Der direkte und soziale Austausch steht hier im Vordergrund.

Solche HR-Events schießen wie Pilze aus dem Boden. Ist das ein Trend oder nur ein Hype?
Alexander Petsch:
Ich bin davon überzeugt, dass die Verbindung von fokussierten Inhalten und einer Atmosphäre, in der sich die Besucher wohlfühlen, sogar ein Megatrend ist. Ob dieses Veranstaltungskonzept dann Expofestival heißt oder irgendwie anders benannt wird, ist unerheblich. Der damit verbundene Mehrwert für Besucher, Referenten und passende Anbieter ist das Entscheidende.

Frank Thieme: Diese Formate etablieren sich und entwickeln sich weiter. Auch auf den traditionellen Messen findet man Begleitveranstaltungen, die sich verändern. Dort gibt es neben den Vorträgen auch Design Thinking Workshops, Netzwerktreffen, et cetera. Die Eventstruktur wird sich verändern. Also: Trend ja, Hype nein.

Wie sieht die Umsetzung konkret aus?
Alexander Petsch:
Der ausgewogene Mix aus Vorträgen, innovativen Formaten mit Hands-on-Charakter und reinen Erlebnismomenten ist das Erfolgsrezept. Sogar ein Old-School-Vortrag mit Frontalbeschallung von einem Leuchtturm-Referenten hat seinen Platz. Also ein Vorzeige-Experte auf seinem Gebiet mit einer echten Aussage, jemand, der um den Wert der Zeit seiner Zuhörer/-innen weiß und gleichzeitig ein inspirierendes Charisma hat.

Frank Thieme: Die Generation Y ist mit Social Media aufgewachsen – der Netzwerkgedanke und der direkte Austausch sind wesentliche Aspekte. Ein guter HR-Event muss ein Aha-Erlebnis sein und im Gedächtnis bleiben. Ein beliebtes Format ist Open Space. Da bringen die Teilnehmer eigene Themen mit. Zwar gibt es Arbeitsregeln, aber jeder kann zu allen Gruppen hingehen und teilnehmen, wo er will. Das heißt, die Teilnehmer kommen zusammen und erarbeiten bestimmte Themen, ohne dass im Voraus klar ist, was dabei herauskommt. Auch die Location muss stimmen: Unsere Veranstaltungen finden nicht im Hotel statt, sondern in einem Loft, einer Fabrik oder einer Kulturumgebung. Jüngere Leute im Personalwesen wollen Spaß haben.

Die Interviewpartner:
Portrait Frank Thieme.
Frank Thieme, Berater und Business-Coach für Mitarbeiterbindung und Guerilla Recruiting
Portrait Alexander Petsch
Alexander Petsch, CEO, Boerding Messe
›› Dieser Beitrag ist eine Verlängerung der ›März-Ausgabe. Ein Abonnement können Sie ›hier abschließen.