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Tapetenwechsel zahlen sich aus: Peter Ahlers, Personalleiter der Hanse Merkur Krankenversicherung

Lebenslauf Peter Ahlers.

Personalwirtschaft: Herr Ahlers, wie würden Sie Ihren Lebenslauf in drei Adjektiven umschreiben?
Peter Ahlers: Spannend, vielseitig, stringent.

Sie wechselten im Studium nach dem Vordiplom von Frankfurt ins benachbarte Mainz. Warum?
Das hatte zwei Gründe: Zum einen war damals in Frankfurt der Lehrstuhl für Personalwirtschaft nicht besetzt, und ich wollte unbedingt Personal als Schwerpunkt im Hauptstudium belegen. Zum anderen habe ich damals in Mainz gelebt und in Wiesbaden gearbeitet – da war das Studieren in Mainz schon allein aufgrund der kürzeren Distanzen schlicht praktischer als in Frankfurt.

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Ihre jetzige Position ist Ihre erste in der Versicherungswirtschaft. Gibt es HR-Themen, die sich in dieser Branche von anderen unterscheiden?
Oh ja, die gibt es gewiss. Betrachten wir exemplarisch den Bereich Employer Branding: Die HanseMerkur und die gesamte Versicherungsbranche punkten hier unter anderem mit Themen wie Arbeitsplatzsicherheit, umfangreichem tariflichem Vergütungspaket und attraktiven Sozialleistungen. Gleichzeitig ist es in bestimmten Personalzielgruppen wie etwa den MINT-Berufen, die bisher wenig mit Versicherungen zu tun hatten, regelmäßig eine Herausforderung, dem nicht selten verbreiteten Vorurteil einer langweiligen und wenig attraktiven Branche entgegenzutreten und zu überzeugen, dass es gerade auch in unserer Branche viele spannende und herausfordernde Aufgaben gibt.

Sie sind Mitglied im Bundesverband der Personalmanager. Welche Vorteile sehen Sie im Engagement für eine berufliche Interessenvertretung für HR?
Der kollegiale Austausch, das Netzwerken mit Personaler-Kolleginnen und -kollegen sowie der Wissenstransfer sind für mich drei gute Gründe für meine Mitgliedschaft im BPM.

Der kollegiale Austausch, das Netzwerken mit Personaler-Kolleginnen und
-kollegen sowie der Wissenstransfer sind für mich drei gute Gründe für
meine Mitgliedschaft im BPM.

Sie stiegen bei der Beratung EY lange stetig auf, dann wechselten Sie ins Direktbankgeschäft. Wie kam es dazu?
Die in Summe mehr als zwölf Jahre bei Andersen und EY waren für mich sehr spannend und auch prägend. Ich habe viele Chancen erhalten, mich persönlich und fachlich weiterzuentwickeln. Dafür bin ich sehr dankbar. Aber alles hat seine Zeit. Die letzten Jahre bei EY hatte ich nur noch sehr wenig unmittelbaren Mitarbeiterkontakt, das hat mir gefehlt. Da kam das Angebot der Comdirect genau zur rechten Zeit.

Sie siedelten später von der Rhein-Main-Region in den hohen Norden um. Fiel Ihnen das schwer?
Grundsätzlich fiel es mir überhaupt nicht schwer, da ich seit jüngster Kindheit familiäre Verbindungen in den Norden hatte. Der Umzug war damals rein privat bedingt. Meine heutige Frau hatte ich zwar in der Rhein-Main-Region kennengelernt, und wir haben dort auch die ersten fünf Jahre gemeinsam verbracht. Aber meine Frau ist ein Nordlicht aus Itzehoe, und für sie war immer klar, dass sie mittelfristig in den Norden zurückkehren möchte. Ich dagegen war damals nach 30 Jahren Rhein-Main-Gebiet vollkommen offen für eine geographische Veränderung – und so sind wir schließlich vor mittlerweile fast 18 Jahren in den Kreis Pinneberg im Nordwesten Hamburgs gezogen.

Welcher berufliche Wechsel war am bedeutsamsten für Ihre Karriere?
Der Wechsel von EY zur Comdirect. Ich hatte in meinem Hinterkopf schon sehr früh den Traum, einmal Personalleiter eines mittelständischen Unternehmens zu werden. Mit dem Schritt weg vom internationalen Beratungskonzern hin zu einer mittelständischen Bank und dort in eine Abteilungsleiter-Rolle innerhalb des Personalbereichs habe ich sicher die für mich wichtigste Weiche gestellt, um dort hinzukommen, wo ich heute bin.

Gab es Irrwege oder Sackgassen, in die Sie geraten sind?
Beruflich bin ich glücklicherweise noch in keine echte Sackgasse eingebogen. Das heißt nicht, dass jede Station und jede Entscheidung immer komplikationsfrei verlaufen ist. Es gab auch unerfreuliche Situationen und weniger glückliche Entscheidungen, aber letztlich habe ich immer etwas für mich persönlich mitnehmen können. Die Summe aller Erfahrungen hat mich zu dem gemacht, der ich heute bin.

Welche Lücke hat Ihr Lebenslauf?
Leider habe ich es während des Studiums nicht geschafft, ein Auslandssemester zu belegen. Das hätte ich sehr gerne gemacht, aber ich hatte während des Studiums einen sehr attraktiven Teilzeitjob bei einer Bank, mit dem ich unter anderem auch mein Studium finanziert habe. Den konnte und wollte ich nicht aufgeben.

Welche Chance hat sich in Ihrer Karriere nie ergeben?
Sportjournalist zu werden. Diesen Beruf hätte ich gerne einmal ausprobiert.

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David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.