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Führung durch Selbstführung

Portrait Hannah Kaiser.
Hannah Kaiser ist durch die Videoplattform YouTube bekannt geworden. 2016 gründete sie ihre Beratungsagentur “Klein aber GmbH”, die unter anderem auf Influencer-Marketing, Werbung und Video-Content spezialisiert ist. Foto: Yannik Markworth

Die Arbeitswelt und die Gesellschaft wandeln sich – und so ist es an der Zeit, die Idealvorstellung von Führungspositionen, die teilweise noch in der Business- und Management-Welt vorherrscht, aufzubrechen. Die Norm, männlich, schlank, weiß, muss verändert werden – hin zu mehr Akzeptanz von
Vielfalt. Aber dieses Idealbild wird oft schon von klein auf vermittelt, was sich bei manchen in einem niedrigen Selbstwertgefühl niederschlägt. Kein Wunder, wenn man sich anhand dieser Vorstellung misst. Dabei wissen viele nicht, dass dieser Wandel von einzelnen Menschen ausgehen muss. Wann haben Sie sich das letzte Mal intensiv mit Ihrem Selbstwertgefühl und Körperbild auseinandergesetzt?

Ein Thema, das mich schon lange umtreibt ist Body Positivity. Es geht darum, das Unwohlfühlen mit dem eigenen Körper in Mut und Selbstbewusstsein zu transformieren. Mit diesem Konzept beschäftige ich mich seit Jahren auf meinen You-Tube-Kanälen und in meinem Job als Führungskraft. Seinen Körper und sich selbst zu akzeptieren, kann man lernen – so wie man lernen kann, Chefin zu sein. Auf den ersten Blick sind Body Positivity und gute Führung zwei Themengebiete, die für viele nicht zusammenpassen – doch schauen wir genauer hin, offenbart uns diese Kombination viele Möglichkeiten und Kompetenzen.

Als Führungsperson steht man im Mittelpunkt, man möchte Mitarbeiter erfolgreich leiten, unterstützen, pushen und positiv beeinflussen. Doch um diese Kompetenzen glaubwürdig vermitteln zu können, müssen Führungskräfte zuerst auf sich selbst schauen. Wer sich selbst und andere ständig kritisiert, ist kein gutes Vorbild und schafft keine produktive Arbeitsatmosphäre. Um diese zu ermöglichen, kommt es aus meiner Sicht vor allem auf Folgendes an: Unternehmen sollten sich von Jobtiteln lösen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ein Korsett zwingen. Führungskräfte sollten die Mitarbeitenden nicht von oben herab dirigieren, sondern gemeinsam mit ihnen agieren und an einem Strang ziehen. Auf dieser Ebene können Führungskräfte ihren Horizont und ihre Perspektiven erweitern, Erfolge feiern und auf Mitarbeiter eingehen.

Dennoch sollte Führungskräften die eigene Vorbildfunktion bewusst sein – daher ist es so wichtig, als Führungsperson mit sich selbst zufrieden zu sein.

Bereitschaft zur Selbstreflexion ist eine unerlässliche Eigenschaft für Führungskräfte – wo wir also wieder beim Thema Body Positivity wären.

Wir müssen die Stärken der anderen ebenso wie unsere eigenen identifizieren, fördern und auch Schwächen kompensieren, um am Ende des Tages das Team motivieren zu können – nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch uns selbst.

Es ist Menschen gegeben, sich positiv entwickeln zu können. Sein Selbstwertgefühl zu stärken und aufzubauen, hilft enorm in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitern. Denn durch Begeisterung, die man selbst ausstrahlt, kann man ein ganzes Team inspirieren. Body Positivity hilft dabei, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen und so erfolgreich zum Wohle der Mitarbeiter und des Unternehmens beizutragen.

›› Dieser Beitrag ist zuerst in unserer September-Ausgabe erschienen. Ein Abonnement können Sie hier abschließen.