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HR macht Meinung: Twitter dir (k)einen

Gruppenbild Diskussion HR macht Meinung Personalwirtschaft
Bei diesen Personalern ging es heiß her in der Frage, ob und wie HR Meinung machen darf: Juergen Erbeldinger, Elke Frank, Jürgen Scholl, Christa Stienen, Gunther Olesch (v.l.n.r.). Bild: Cornelius Tometten

“Wir HR-Manager sind noch zu wenig präsent”, sagt Elke Frank. “Ich denke zwar, dass wir Influencer sind. Klar ist aber auch, dass wir noch mehr tun können, zum Beispiel auf Linkedin und Twitter”, so die Personalmanagerin der Deutschen Telekom. “Was will ich denn bei Twitter?”, meint hingegen Juergen Erbeldinger. “Schlimm genug, dass Trump dort aktiv ist.” Erbeldinger, CEO der Escriba AG und Geschäftsführer der Partake-Beratung, findet, Personaler haben auf dem Zwitscher-Kanal nichts verloren. Jedenfalls nicht in ihrer Funktion.

Keine Kuschelrunden

Wer beim Event “HR macht – Next Act” mit einmütigen Kuschelrunden gerechnet hatte, merkte spätestens jetzt, dass er sich vertan hatte. In der Session “HR macht Meinung” lieferten Jürgen Scholl, Herausgeber der Personalwirtschaft, und seine Gäste eine leidenschaftliche Debatte über die Rolle von HR als Meinungsmacher ab. Besonders kontrovers ging es beim Thema Twitter zu. Das Publikum beteiligte sich lebhaft an der Diskussion. So warf etwa Zuhörer Jannis Tsalikis, als Personalprofi, Blogger und Mitgründer des HR Barcamps selbst ein großer HR-Influencer, folgende Überlegung ins Rund: “Wir HRler müssen in den Sozialen Medien aktiv sein. Schon allein um zu wissen, was die Leute da machen.”

Gunther Olesch, der mit Elke Frank, Juergen Erbeldinger und Christa Stienen vorne auf der Bühne diskutierte, wies hingegen auf das leidige Ressourcenproblem hin: “Als HR-Vorstand habe ich nicht die Zeit, auch noch zu twittern.” Heißt das, es ist zu viel von den HRlern verlangt, Meinung zu machen? “Nein, das ist doch genau ihre Rolle”, meint Christa Stienen. Für die Personalleiterin der LSG Group und Vizepräsidentin des BPM steht HR in der Pflicht, seine Meinung zu äußern. Schließlich verfüge man über einen anderen – und damit wichtigen – Blick aufs Unternehmen als beispielsweise der CEO. Die entscheidende Frage laute daher: “Will ich als HRler ein gemütliches Leben im Unternehmen haben oder eine eigene Meinung vertreten?”

Die Zutaten für HR-Meinungsmacher

Alle, die sich für Variante zwei entscheiden, konnten aus der Diskussionsrunde einige Anhaltspunkte für den Weg zum HR-Meinungsmacher mitnehmen. Die Basis ist das Erledigen der eigenen Hausaufgaben: “Wer gute HR-Arbeit macht, findet mehr Gehör im Unternehmen”, so Gunther Olesch. Zudem kommt es darauf an, sich auch jenseits seiner angestammten Domäne auszukennen: “Wir müssen die Sprache des Business sprechen und inhaltlich auf Augenhöhe mit dem CEO diskutieren können”, betont Elke Frank.

Und nicht zuletzt kennzeichnet HR-Influencer der Mut zur eigenen Meinung. Da ist noch viel Luft nach oben: “HR ist die einzige Unternehmensfunktion, die sich die Frage stellt, ob sie eine eigene Meinung haben darf – anstatt einfach eine zu haben”, so Juergen Erbeldinger. Ein guter Schlusspunkt, der doch glatt einen Tweet wert wäre.

+++ Bei › Personalwirtschaftspreis finden Sie auch eine Bilderstrecke zu der Diskussionsrunde HR macht Meinung.