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Mit Recht und einem gesunden Gottvertrauen

Lebenslauf von Dr. Folke Werner

Beschreiben Sie Ihren Lebenslauf mit drei Adjektiven.

Dr. Folke Werner: Abwechslungsreich, herausfordernd und erfüllend

Nach Ihrer Ausbildung zum Bankkaufmann haben Sie sich dazu entschieden, Theologie zu studieren. Wie kam es dazu?

Ich bin in einem Familienbetrieb groß geworden. Nach dem Abitur war die Frage offen, ob das Unternehmen von meinem Bruder oder mir übernommen wird. Also entschied ich mich zunächst für einen “soliden” Beruf. Allerdings hat die Ausbildung eine Art “metaphysisches Vakuum” hinterlassen. Wichtige Fragen des Lebens wurden aus meiner Sicht nicht geklärt. Da stieß ich auf das Fach Theologie, dem ich mich mit großer Begeisterung gewidmet habe.

Wie sind Sie vom Kaufmännischen ins Personalwesen gelangt?

Das war eigentlich Zufall. Bei der Commerzbank war ich zunächst im Hochschulmarketing tätig. Dabei habe ich viele Assistenzaufgaben für das damalige Vorstandsmitglied Andreas de Maizière übernommen. Irgendwann erhielt ich erste Führungsaufgaben im Business Management und arbeitete dadurch immer mehr im Bereich HR. Schließlich wurde ich Leiter für HR Policies und Employer Branding.

Wie sieht Ihre derzeitige Tätigkeit aus?

In meiner Rolle bei Clifford Chance habe ich tatsächlich die gesamte Unternehmensentwicklung mit im Blick und decke daher auch die ganze Bandbreite des Personalmanagements ab, von der Mitarbeiterverwaltung über Recruiting bis hin zur Personalentwicklung. Darüber hinaus gilt es auch in der Rechtsbranche die Herausforderung der Digitalisierung zu meistern. Die persönlich geprägte Beratung wird unser hochkarätiges Geschäft sicher weiter prägen, doch werden immer mehr digitale Dienstleistungen hinzukommen. Das hat Auswirkungen auf das Selbstverständnis und die gesamte Kultur der Sozietät, und damit natürlich auch auf die Rolle der HR-Abteilung, die immer stärker diesen Veränderungsprozess steuern und begleiten muss. Eine vergleichbare Entwicklung habe ich bereits in den letzten Jahren bei Pricewaterhousecoopers gesehen.

Was haben Sie denn sonst noch aus Ihrer ehemaligen Tätigkeit als Abteilungsleiter HR Marketing & Recruiting mitgenommen?

Was die Digitalisierung anbelangt, ist PwC in der Consulting-Branche federführend. Dies ist auch wichtig, denn gerade in Sachen Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung verändert sich jetzt schon viel. Bei PwC konnte ich nach meinem Einstieg direkt bei der gesamten Neugestaltung der HR-Arbeit und -Strukturen mitwirken. Dadurch gewann ich ein sehr klares Bild davon, wie eine für die Zukunft gerüstete HR-Abteilung aufgestellt sein sollte.

Welche Projekte streben Sie derzeit bei Clifford Chance an? 

Gut ausgebildete und engagierte Mitarbeiter sind in einem Dienstleistungsunternehmen das einzige Kapital, das es hat. Hinzu kommt noch, dass eine große internationale Anwaltskanzlei wie unsere in einem sehr engen, kompetitiven Markt unterwegs ist. Das gilt für das Geschäft ebenso wie für die Nachwuchsrekrutierung. Wenn man als Arbeitgeber nicht entsprechend aufgestellt und attraktiv ist, bekommt man diese Leute nicht. Die besten Talente bleiben da, wo sie die besten Entwicklungsmöglichkeiten ihrer persönlichen Fähigkeiten sehen. Wichtige Stichworte sind hier also neben Recruiting auch Personalentwicklung, Führung und die Qualität des Arbeitsumfeldes. Hier müssen gerade Beratungsunternehmen wie wir Besonderes leisten. Dafür muss sich auch HR verändern – weniger Verwaltung und mehr als Change Agent unterwegs sein. Das bedeutet unter anderem, Mitarbeiter in ihrer Entwicklung zu begleiten, Führungskräfte zu beraten und Veränderungsprozesse positiv zu gestalten.


Dieser Beitrag ist in Ausgabe 12/2018 erschienen. Das gesamte Heft können Sie in unserem › Shop bestellen.