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Die Weichen richtig gestellt

Lebenslauf Alwin Dirr

Personalwirtschaft: Haben Sie als Kind mit Märklin-Eisenbahnen gespielt? Wenn ja: Wie ist es, nun selbst die Geschicke des Unternehmens mitzuverantworten?
Alwin Dirr: Ja, ich hatte als Kind eine Primex-Eisenbahn aus dem Hause Märklin. Verbunden mit dieser Bahn sind wunderschöne Erinnerungen an meine Kindheit, vor allem an Weihnachten. Als Kind habe ich nur das Produkt gesehen und die Gefühle, die damit bei mir verbunden waren. Heute ist es unter anderem meine Aufgabe, Menschen zu finden, die dieses Produkt herstellen, aber auch die Leidenschaft für unsere Kunden und unseren Markt besitzen oder entwickeln können.

Wenn HR ein Eisenbahnmodell wäre – welches wäre es?
Eine Rangierlokomotive. HR ist Dienstleister und muss die unterschiedlichsten Menschen, Positionen und Prozesse zusammenbringen, so wie das eine Rangierlokomotive auf einem Rangierbahnhof auch tut, damit der Zug perfekt zusammengestellt ist. Der Antrieb von Rangierfahrzeugen ist auf eine hohe Anzugskraft ausgelegt. Auch das ist für HR wichtig, wenn man notwendige Veränderungen anstoßen will.

Ihr Herz scheint für den Mittelstand zu schlagen. Welche Vorteile haben solche Arbeitgeber gegenüber Konzernen?
Ich schätze an mittelständischen Strukturen flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege und die persönliche Note im Umgang miteinander.

Was haben Sie beim Bund gelernt, was Ihnen im späteren Berufsleben weitergeholfen hat?
Bei meiner Ausbildung zum Reserveoffizier habe ich gelernt, auch auf der nächsthöheren Führungsebene zu denken. Dies hat mir im Berufsleben gute Dienste geleistet.

Warum sind Sie als ehrenamtlicher Richter tätig?
Das Arbeitsrecht hat in der Personalarbeit einen hohen Stellenwert. Man bekommt als ehrenamtlicher Richter bei diesem Aspekt seiner Arbeit den Spiegel vorgehalten und kann somit die eigene Arbeit sehr gut reflektieren und eigene Fehler vermeiden.

Wie würden Sie Ihren Lebenslauf in drei Adjektiven umschreiben?
Fokussiert, geradlinig, kontinuierlich

Wo liegen Ihre Talente?
Fleiß, Ausdauer, Empathie und: ein Blick für das Machbare.

Was war Ihre prägendste Station und warum?
Meine erste Stelle als Personalleiter. Ich trat diese Stelle frisch nach dem Studium an und hatte keine
Ahnung von praktischer Personalarbeit. Mein Glück war, dass mir ein Chef zur Seite stand, der mich sehr individuell gefördert und gefordert hat. Er wurde zu meinem Mentor.

Welcher berufliche Wechsel war am bedeutsamsten für Ihre Karriere?
Der Sprung in den HR-Bereich, weil hier die Basis für meinen weiteren Werdegang bis zum heutigen Tag gelegt wurde.

Welche Chance hat sich in Ihrer Karriere nie ergeben?
Ich bin der festen Überzeugung, dass ich die Möglichkeiten, die sich für mich ergeben haben, auch genutzt habe. Ich bin in diesem Punkt mit mir sehr im Reinen.

Gab es Irrwege oder Sackgassen, in die Sie geraten sind?
Es gibt in meinem Lebenslauf eine sehr kurze Station. Hier musste ich die Erfahrung machen, dass ich mit
meinen Talenten, Fähigkeiten und Überzeugungen nicht zu jeder Unternehmenskultur passe.

Angenommen, wir könnten die Zeit zurückdrehen: Wo wären Sie gern länger geblieben oder früher gegangen?
Die jeweilige Verweildauer war richtig. Ich habe es nie überzogen. Ich bin immer so lange geblieben, wie es sich für mich richtig und gut angefühlt hat. Auf der einen Seite muss ich mich wohlfühlen, auf der anderen möchte ich aber auch die Chance haben, etwas zu bewirken.

Welche zentralen Lehren aus Ausbildung und Studium haben Ihnen im Berufsleben wirklich weitergeholfen?
“Man lernt nie aus” und “Wie eigne ich mir unbekanntes Wissen auf dem schnellsten Wege an?”

Welche Wünsche haben Sie für die Zukunft?
Wenn man später auf meine Zeit bei Märklin zurückschaut, soll man sagen: “Er hat etwas bewirkt. Er hat Spuren hinterlassen. Er war ein verlässlicher Partner für Geschäftsführung, Betriebsrat, Führungskräfte und Mitarbeiter.”

›› Dieser Beitrag ist zuerst in unserer ›Januar-Ausgabe erschienen. Ein ›Abonnement können Sie hier abschließen.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.