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Lebenslauf: Yvonne Altstetter, Referatsleiterin Personal beim Landessportbund NRW

Tabellarischer Lebenslauf Yvonne Altstetter.

Personalwirtschaft: Warum entschieden Sie sich nach diversen anderen Tätigkeiten und Ihrem BWL-Studium für den Einstieg ins Personalwesen?
Yvonne Altstetter:
Nach dem Studium war es nicht so einfach, wieder in der Arbeitswelt Fuß zu fassen. Eine Gelegenheit für den Wiedereinstieg ergab sich bei Obi. Die Gesellschaft für Datenverarbeitung (GfD) hatte damals ein neues Warenwirtschaftssystem für die Obi-Märkte entwickelt und IT-Trainerinnen und -Trainer gesucht, die die neue Software vor Ort schulen. Nach etwa einem Jahr waren die meisten Märkte umgestellt, und meine damalige Chefin fragte mich, ob ich Interesse hätte, in der Personalabteilung als Referentin Personalentwicklung anzufangen. Das Angebot nahm ich gerne an. Seitdem liebe ich den Personalbereich und möchte inhaltlich nichts anderes mehr machen.

Wo liegen Ihre Talente?
Ich bin eine gute Zuhörerin, zuverlässig und gebe immer mein Bestes.

Beim Landessportbund NRW sind Sie erstmals im gemeinnützigen Bereich tätig. Haben Sie bereits Unterschiede oder Gemeinsamkeiten zur freien Wirtschaft entdeckt?
Man merkt schnell, dass viele Kolleginnen und Kollegen aus Überzeugung beim LSB arbeiten. Es wird viel Herzblut in die Themen investiert, insgesamt fallen genauso viele Aufgaben an wie in der freien Wirtschaft. Auch beim LSB hat man seit einiger Zeit die Notwendigkeit der Digitalisierung erkannt, die in allen Bereichen vorangetrieben wird. Ich merke aber auch, dass der LSB als Non-Profit-Organisation handelt. Wir sind nicht ganz so zahlengetrieben wie Wirtschaftsunternehmen.

Bei Eon haben Sie die Einführung eines HR-Tools für Personalmanagement und Trainingsverwaltung gesteuert. Welche Erfahrungen waren dabei für Sie besonders wichtig?
Die Einführung einer HR-Software lässt sich nicht schnell nebenher erledigen und bedeutet neben dem Daily Business eine Herausforderung. Auch die Auswahl des richtigen Tools ist nicht einfach, es gibt sehr viele Anbieter auf dem Markt. Man muss vorab genau analysieren, was man benötigt und was möglicherweise auch schon wieder zu viel des Guten sein könnte.

Sie waren zu Hochzeiten der Energiewende in der Solarbranche tätig. Wie haben Sie die Personalarbeit damals empfunden?
Leider habe ich diese Hochzeit tatsächlich knapp verpasst. Als ich bei Solarworld angefangen habe, drängten gerade die chinesischen Anbieter auf den Markt. Trotzdem lief es noch etwa ein Jahr lang ganz gut, bis wir merkten, dass zum Beispiel die Anzahl der Bewerbungen zurückging und meistens viele Rückfragen kamen, wie sicher denn der Job bei Solarworld noch sei.

Die Wirtschaftskrise 2009 hat mir tatsächlich eine fast einjährige Lücke im Lebenslauf beschert.

Welche Lücke hat Ihr Lebenslauf?
Die Wirtschaftskrise 2009 hat mir tatsächlich eine fast einjährige Lücke im Lebenslauf beschert. Das hat wirklich Nerven gekostet. Ich habe die Zeit genutzt, um mich im Personalbereich weiterzubilden, aber es war trotzdem eine schwierige Zeit mit vielen Selbstzweifeln.

Sie sind als Agiler Coach zertifiziert. Was bereitet den Führungskräften und Mitarbeitenden Ihrer Erfahrung nach die meisten Probleme bei der Einführung agiler Arbeitsmethoden?
Viele Führungskräfte und Mitarbeitende setzen Agilität mit Flexibilität gleich. Manche denken auch, dass agile Methoden sehr unstrukturiert sind. Das stimmt aber nicht. Im Gegenteil: Agile Methoden sind sehr strukturiert, weil ständig alles überprüft und dokumentiert wird.

Wie würden Sie Ihren Lebenslauf in drei Adjektiven umschreiben?
Ungewöhnlich, abwechslungsreich, interessant.

Sie haben im Laufe Ihres Lebens öfter den Job und auch die Branche gewechselt. Steckte dahinter ein Plan?
Diese Wechsel waren tatsächlich eher dem Zufall geschuldet. Vielleicht war teilweise auch ein bisschen Pech dabei, so wie die Wirtschaftskrise 2009, Verkäufe und Umstrukturierungen. Aber im Nachhinein muss ich sagen, dass ich in jedem Unternehmen und in jeder Position viel gelernt habe und für jede Station dankbar bin.

Schauen wir in die Zukunft: Welche Stationen möchten Sie in fünf oder zehn Jahren noch hinzufügen?
Im Moment bin ich sehr zufrieden da, wo ich gerade bin. Und wenn ich etwas gelernt habe: Immer, wenn der Mensch anfängt, seine Zukunft zu planen, fällt im Hintergrund das Schicksal lachend vom Stuhl.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.