Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Personaler: Arbeit mit Menschen kommt zu kurz

Altere und jüngere Mitarbeiter und Bewerber in freundlichem Gespräch
Der menschliche Faktor ist das, was Personaler in erste Linie dazu motiviert, diesen Beruf zu wählen. Foto: © Robert Kneschke/StockAdobe

“Traumberuf HR?”, so lautet eine Studie, die Bitkom Research im vergangenen Herbst im Auftrag von > Personio durchgeführt hat. Dafür wurden in Deutschland 502 Personaler aus Unternehmen mit 50 bis 499 Mitarbeitern befragt. Als Grund dafür, warum sie sich für ihren Beruf entschieden haben, gaben die meisten Studienteilnehmer an, dass sie gerne mit Menschen zusammenarbeiten und ihnen die Kombination aus operativer und strategischer Tätigkeit gefällt. Auf Platz drei folgt das Motiv, Unternehmen aktiv mitzugestalten. Weitere Gründe sind Interesse an den psychologischen Aspekten der Arbeit sowie der Wunsch, Talente zu finden und zu fördern. Mit Abstand am meisten Spaß in der täglichen Arbeit macht den Personalern dann auch der direkte Kontakt zu Bewerbern und Mitarbeitern – 82 Prozent führten diesen Aspekt an. Auf Platz zwei mit 54 Prozent steht die Zusammenarbeit mit den Führungskräften und der Geschäftsführung, gefolgt von der Mischung aus konzeptioneller und strategischer Arbeit, die 46 Prozent nennen.

Kluft zwischen Erwartungen und Berufsrealität, zu viele Admin-Aufgaben

Die direkte Kommunikation mit Bewerbern und Mitarbeitern bereitet den befragten Personalern zwar am meisten Freude, doch mehr als jeder zweite (53 Prozent) macht die Erfahrung, dass sie in der Berufspraxis zu kurz kommt. Auch sagt zum Beispiel nahezu jeder vierte HR-Experte (23 Prozent), er könne im Unternehmen zu wenig mitgestalten. Insgesamt stellt gut jeder vierte Befragte (28 Prozent) fest, dass die Berufspraxis seinen Erwartungen nicht oder eher nicht entspricht. Fast vier von zehn Personalern (38 Prozent) sind in ihrem Job unzufrieden oder eher unzufrieden. Das liegt laut Studie unter anderem daran, dass HR-Mitarbeiter zu viel Zeit mit Verwaltungsaufgaben verbringen: Im Schnitt verwenden sie 42 Prozent ihrer Arbeitszeit mit administrativen Tätigkeiten. Neun von zehn Befragten empfinden diesen Anteil als zu hoch.

Die meisten Unternehmen haben erst wenige HR-Prozesse digitalisiert

Die Studienteilnehmer wurden auch nach dem Stand der Digitalisierung des Personalwesens gefragt. Danach haben die meisten Betriebe erst wenige Prozesse digitalisiert; mit Abstand am häufigsten nutzen sie Software zur Entgeltabrechnung. Große Unternehmen sind bei der Digitalisierung von HR-Prozessen weiter fortgeschritten als kleine. 54 Prozent der Befragten denken, dass sie durch den Einsatz von HR-Software mehr Zeit für Mitarbeiter und Bewerber haben würden.

Lesen Sie die wichtigsten Ergebnisse der Studie:

Laut einer Umfrage ist mehr als jeder dritte HR-Experte im Mittelstand unzufrieden und fast alle sagen, der Anteil an administrativen Aufgaben sei zu hoch. In dieser Bilderstrecke sind weitere Ergebnisse der repräsentativen Umfrage grafisch zusammengefasst.

Grafik: Personio

Die meisten, die sich für einen Beruf im Personalwesen entscheiden, möchten mit Menschen zusammenarbeiten.

Grafik: Personio

Doch gerade das kommt laut einer Untersuchung von Personio zu kurz.

Grafik: Personio

Personaler verbringen nach wie vor viel Zeit mit administrativen Aufgaben.

Grafik: Personio

Ein möglicher Grund: In vielen Unternehmen wird kaum HR-Software eingesetzt.

Grafik: Personio

Insbesondere kleine Unternehmen investieren wenig in die Digitalisierung ihrer HR-Prozesse.

Grafik: Personio

Die Entgeltabrechnung ist der am häufigsten digitalisierte HR-Prozess.

Grafik: Personio

Dabei könnte eine stärkere Digitalisierung das Zettel-Chaos im Büro besser bewältigen, meinen 42 Prozent der Befragten.

Grafik: Personio

An der Umfrage von Personio nahmen 502 Personaler teil. Bei einigen Fragen waren Mehrfachnennungen möglich.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.