Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Nachfrage nach HR-Experten steigt

Stellenzeige in der Zeitung, gesucht werden Recruiter, mit blauem Textmarker umrandet
Nicht nur Fachkräfte, sondern die Recruiter selbst sind derzeit vermehrt gefragt. © tashatuvango/Fotolia.de

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erreichte die Nachfrage nach HR-Experten hierzulande eine neue Rekordhöhe: Die Unternehmen schrieben deutschlandweit 14 Prozent mehr Stellen für Personaler aus als im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2013 stieg die Anzahl der Jobinserate sogar um 48 Prozent. Offenbar wird die Schlüsselfunktion von HR angesichts des derzeitigen Wandels deutlich. Überdurchschnittlich gefragt im ersten Halbjahr 2018 waren HR-Experten in den südlichen Bundesländern und in den Stadtstaaten. Das geht aus einer aktuellen Auswertung des Fachkräfteatlas von > Stepstone hervor, für den regelmäßig Stellenausschreibungen auf allen relevanten Online- und Print-Plattformen auswertet werden.

Um mit dem Tempo der sich rasant verändernden Märkte mithalten zu können, bräuchten Unternehmen kurze Entscheidungswege und Fachkräfte, die Verantwortung übernehmen, kommentiert Dr. Sebastian Dettmers, Geschäftsführer von Stepstone, die steigende Nachfrage nach HR-Experten.

Der einzelne Mitarbeiter wird (   ) wichtiger denn je – und damit auch das Recruiting und die Personalarbeit,

so Dettmers. Offenbar wird sichtbar, dass HR im derzeitigen Wandel eine Schlüsselfunktion zukommt.

Recruiter und Personalmarketing-Experten besonders gesucht

Die Analyse zeigt, dass sich ein Drittel der Stellenausschreibungen im Bereich Personal explizit an Recruiter und Personalmarketing-Experten richtete. Ein weiteres Fünftel (19 Prozent) der Unternehmen suchte Personalreferenten, zu deren Aufgaben zumeist auch Personalgewinnung und -entwicklung zählen. Viele Jobinserate wandten sich außerdem an Berater und ausgewiesene Fachkräfte für Personalentwicklung und -weiterbildung. Als geforderte Fähigkeiten und Skills nannten die Unternehmen in ihren Stellenangeboten vor allem Beratungskompetenz, Englischkenntnisse, Kenntnisse im Bereich Arbeitsrecht sowie technisches Know-how im Umgang mit SAP oder Excel.

Viele Recruiter sehen eigenen Weiterbildungsbedarf

Stepstone führte außerdem eine Befragung unter rund 3000 Recruitern und Managern, die für Personalbeschaffung zuständig sind, durch. Danach sind sieben von zehn Recruitern derzeit mit ihrem Job zufrieden. Von der Digitalisierung sehen nur wenige der Teilnehmer ihre Stelle bedroht, die meisten betrachten es jedoch als notwendig, sich aufgrund der momentanen Veränderungen beruflich weiterzubilden. Jeder dritte befragte Recruiter will seine bestehenden Kenntnisse vertiefen und Fähigkeiten ausbauen. 16 Prozent möchten neue technische Fähigkeiten erlernen, die sie in ihrer aktuellen Position gebrauchen können. Die Befragungsergebnisse zeigen auch, dass jeder zweite Studienteilnehmer (51 Prozent) sich in der Ausbildung nicht auf diesen Bereich spezialisiert hat, sondern Quereinsteiger im Personalwesen ist. Training-on-the-Job, so die Studie, spiele daher für viele Recruiter eine wesentliche Rolle.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.