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HR und die Digitalisierung – Hindernisse nur im Kopf oder real?

Manager zeigt auf virtuellen Screen mit HR-Symbolen
Rund jede zweite HR-Abteilung hierzulande setzt digitalisierte Personalprozesse ein.
Foto: © NicoElNino-stock.adobe.com

Laut der aktuellen HR-Future-Studie der Hochschule Niederrhein Mönchengladbach in Kooperation mit Aconso arbeiten knappt 50 Prozent der Unternehmen hierzulande zumindest teilweise mit automatisierten Personalprozessen. Am häufigsten digitalisiert ist nach Angabe der befragten HR-Experten die Zeiterfassung: Rund 70 Prozent geben an, dass sie die Arbeitszeiterfassung automatisiert haben. Auf Platz zwei stehen elektronische Urlaubsanträge, die gut die Hälfte der teilnehmenden Unternehmen nennen. Den dritten Platz mit 51 Prozent nimmt die papierlose Entgeltabrechnung ein. Darüber hinaus haben 40 Prozent der Befragten ein automatisiertes Bescheinigungswesen im Einsatz und 31 Prozent haben elektronische Hilfen zur Erstellung von Arbeitszeugnissen implementiert. Deutlich weniger verbreitet sind Tools zur automatisierten Mitarbeiterentwicklung, die es in lediglich elf Prozent der befragten Unternehmen gibt. Automatisierte Offboarding-Prozesse werden mit nur neun Prozent ebenfalls wenig eingesetzt. Die Studie kommt angesichts der Befragungsergebnisse zu dem Schluss, dass HR-Abteilungen bei der Digitalisierung hinterherhinken.

HR befürchtet bei der Automatisierung fehlende Akzeptanz in den eigenen Reihen und bei Mitarbeitern

Das Zögern der HR-Verantwortlichen hinsichtlich der Digitalisierung von Personalprozessen kommt nicht von ungefähr, denn HR sieht sich vor einer Vielzahl von Hürden bei der Einführung solcher Prozesse gegenüber. Ganz oben stehen Bedenken, ob die Mitarbeiter der Personalabteilung automatisierte Prozesse akzeptieren werden; fast jeder zweite Befragte (46 Prozent) sieht hier ein großes oder sehr großes Risiko. Fast ebenso viele (44 Prozent) befürchten, dass der Betriebsrat neuen HR-Tools nicht zustimmt. 43 Prozent sehen zudem in datenschutzrechtlichen Vorgaben ein Hindernis für die Einführung automatisierter HR-Prozesse. Außerdem sorgen sich 37 Prozent um Akzeptanzprobleme bei den übrigen Mitarbeitern im Unternehmen und 32 Prozent sehen das Risiko rechtlicher Einschränkungen. Die Finanzierung neuer Technologien stellt lediglich für 18 Prozent eine ernst zu nehmende Hürde bei der Einführung neuer Tools dar.

Die Studienautoren legen Personalverantwortlichen und ihren Mitarbeitern nahe, sich zu fragen, ob die Hürden bei der Digitalisierung von HR-Prozessen vielleicht vor allem im Kopf existieren. Denn nur wer sich um die Digitalisierung seiner Personalprozesse kümmere, könne wettbewerbsfähig bleiben.

Der vollständige Studienreport kann > hier zum Download angefordert werden.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.