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An der Schnittstelle zwischen Bund und IT

Portrait Katrin Hahn.
Katrin Hahn ist seit dem 1. April Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der BWI GmbH. Foto: BWI GmbH

Personalwirtschaft: Warum wechselten Sie nach neun Jahren beim Windenergie-Unternehmen Juwi zur BWI GmbH?
Katrin Hahn:
Ich wollte etwas Neues kennenlernen. Und definitiv bin ich mit einem weinenden Auge gegangen, weil ich bei Juwi ziemlich viele Erfahrungen in meinen persönlichen Rucksack packen konnte, die ich jetzt gerne in einem neuen Umfeld einbringen möchte. Die BWI ist nach zehn Jahren Projektgesellschaft zur Umsetzung des Herkules-Projekts (Projekt der deutschen Bundeswehr zur Standardisierung und Modernisierung der nichtmilitärischen Informations- und Kommunikationstechnologie, d. Red.) gerade auf dem Weg zum IT-Systemhaus, Digitalisierungspartner und Innovationstreiber der Bundeswehr. Das bedeutet viele spannende Herausforderungen für den HR-Bereich.

Ihren Einstieg feierten Sie aufgrund der Corona-Krise virtuell aus dem Homeoffice. Wie lief das ab?
Mit dieser Situation war ich nicht allein: Über 200 neue Kollegen sind ebenfalls in der Corona-Krise im Homeoffice gestartet. Abgesehen von den technischen Fragen war die größte Herausforderung, in Kontakt mit den neuen Kollegen zu kommen. Eigentlich wollte ich zu Beginn unsere Standorte besuchen und viele persönliche Gespräche führen. Das ging bisher leider kaum, auch wenn man einiges über Video und Telefon hinbekommt. Aber ich freue mich, wenn ich die Treffen jetzt mehr und mehr nachholen kann.

Eine Ihrer Kernaufgaben ist es, die Transformation der BWI voranzutreiben. Welche Themen wollen Sie vorrangig angehen?
Die BWI muss agiler auf sich verändernde Anforderungen reagieren können. Übergeordnet treiben wir als Geschäftsführung die Weiterentwicklung und Kommunikation unserer Kernwerte leistungsstark,
vernetzt und nutzerorientiert voran, wollen diese auch vorleben. Mindestens genauso wichtig ist es uns, Strukturen zu schaffen, um Veränderungen aktiv zu begleiten. Das sind manchmal scheinbar
kleine Themen, hier erleben die Mitarbeiter jedoch die Transformation. Eine wichtige Zielgruppe sind auch unsere Führungskräfte: Wir initiieren beispielsweise gerade eine Ausbildung zum “Transformation
Coach”, um das Netzwerk der Multiplikatoren und Unterstützer für den Wandel zu erweitern.

Sehen Sie es als Vor- oder als Nachteil an, dass die BWI eine 100-prozentige Tochter der Bundesrepublik ist?
Natürlich gibt es Vorbehalte gegenüber staatlichen Unternehmen. Schnell wird der nicht immer attraktive Vergleich zu Behörden gezogen. Allerdings können wir als modernes IT-Unternehmen mit
vielen Benefits auf dem Arbeitsmarkt punkten.

Wir sind einer der sichersten Arbeitgeber in Deutschland,

bieten verantwortungsvolle, inhaltlich spannende Aufgaben, gute Entwicklungsperspektiven, punkten mit einer marktüblichen Bezahlung und einer preisgekrönten Altersvorsorge, um nur ein paar Aspekte zu nennen.

Welche Aufgaben muss Ihr Bereich in der Corona-Krise bewältigen und inwieweit wird Ihre HR-Arbeit durch die Krise beeinflusst?
Als IT-Systemhaus der Bundeswehr erfüllt die BWI GmbH in der Corona-Krise eine besondere Aufgabe. Das begann bereits mit der Rückführung der Deutschen aus Wuhan, die in Quarantäne in einer Bundeswehrkaserne untergebracht waren und wo die BWI IT-Unterstützung geleistet hat. Zum Schutz der Gesundheit der Mitarbeiter haben wir auf Basis von aktualisierten Gefährdungsbeurteilungen
persönliche Schutzausrüstung beschafft und rund 80 Prozent der Mitarbeiter befähigt, im Homeoffice zu arbeiten. Im Moment setzen wir einen “coronakonformen” Regelbetrieb um. Wir gehen davon aus, dass rund 30 Prozent der Beschäftigten dauerhaft im Homeoffice bleiben werden, etwa weil sie zu einer Risikogruppe gehören oder ihre Aufgaben von zu Hause erledigen können.

2009 wurden Sie erste Preisträgerin des HR Next Generation Award der DGFP. Wie würden Sie Ihre Entwicklung seitdem charakterisieren?
Die Auszeichnung hat mir neue Türen und ein breites Netzwerk eröffnet. Mich hat sie darin bestärkt, dass Talente Plattformen und Förderer brauchen. Das versuche ich weiterzugeben. Persönlich habe ich seit 2009 unterschiedlichste Themen in der Breite von HR erleben können. Mehr und mehr sind auch Sichtweisen aus dem persönlichen Erleben als Führungskraft und zweifache Mutter dazugekommen, zunehmend auch über HR hinaus.

›› Dieser Beitrag ist zuerst in unserer Juli-Ausgabe erschienen. Ein Abonnement können Sie hier abschließen.

David Schahinian arbeitet als freier Journalist und schreibt regelmäßig arbeitsrechtliche Urteilsbesprechungen, Interviews und Fachbeiträge für die Personalwirtschaft.