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Talent Acquisition: Möglichkeit die Zukunft junger Menschen zu beeinflussen

Lebenslauf von Tim A. Ackermann

Personalwirtschaft: Sie haben verschiedene HR-Bereiche gesehen. Talent Acquisition ist aber anscheinend Ihre große Liebe. Was ist daran so spannend?

Tim A. Ackermann: TA ist eine interdisziplinäre, messbare und innerhalb von HR wohl die exponierteste und extrovertierteste Funktion. Zudem hat TA den größten Einfluss auf den Unternehmenserfolg, da Erfolge und Misserfolge, die am Anfang des Employee Lifecycles in der Organisation stehen, sich über die Zeit multiplizieren. Rein menschlich finde ich die Möglichkeit toll, positiven Einfluss auf die Zukunft gerade von jungen Menschen zu nehmen und auch zu sehen, wie diese sich entwickeln.

Wo liegen Ihre Talente?

Im Verborgenen. Im Ernst: vermutlich im Interdisziplinären. Ich bin sehr neugierig und vielseitig interessiert – die negative Seite davon ist, dass ich mich schnell langweile. Ich lasse mir auch gerne nachsagen, verlässlich und vertrauenswürdig zu sein.

Mit “Badezimmer Potsdam” sind Sie Mitinhaber eines Kosmetikgeschäfts. Sind Sie da auch für HR zuständig?

Nur für Personaladministration. Ich bin Lagerist und Buchhalter. Das soll ja auch nicht in Arbeit ausarten.

Wenn HR ein Duft wäre, wie würden Sie ihn beschreiben?

Die Basisnote ist verlässlich und dauerhaft wie Sandelholz, die Herznote hat die Wärme und Güte aus der Freesie, die Kopfnote ist berauschend-frisch wie Bergamotte. Und natürlich unisex!

Sie sind außerdem Gründungsmitglied und mittlerweile stellvertretender Vorstandssprecher des Queb. Warum ist Ihnen dieser Verband und seine Arbeit wichtig?

Als wir uns 2002 zum allerersten Mal zusammengefunden haben, gab es nur wenige Profis und Professuren in Employer Branding und Recruiting. 

Damals wie heute ging es uns in erster Linie darum, voneinander zu lernen, auch wenn wir auf vielenTalentmärkten im Wettbewerb stehen.

Das funktioniert nur mit einer soliden Vertrauensbasis – und diese macht das Queb-Netzwerk so belastbar und einzigartig. Außerdem schadet es nichts, auch mal gemeinsam zu feiern.

Was macht für Sie einen interessanten Lebenslauf im Bereich HR aus?

Alles, was nichts mit HR zu tun hat. Gerne auch Erfahrung in Bereichen mit schwierigen Kundenkontakten, beispielsweise als Animateur im Ferienclub.

Welcher berufliche Wechsel war am bedeutsamsten für Ihre Karriere?

Von der Deutschen Bank zu Microsoft. Dort habe ich nicht nur eine komplett andere Kultur kennengelernt, sondern auch Spaß am Kennenlernen neuer Geschäftsmodelle gefunden.

Lidl, Swarovski, Microsoft, Zalando, Deutsche Bank – kam ein No-Name-Unternehmen für Sie nie in Frage?

Vermeintlich große Namen, vor allem mit Konsumentenbezug, bieten naturgemäß große Möglichkeiten, mit der Arbeitgebermarke und dem -marketing zu spielen. Das muss nicht immer von Vorteil sein und die Bekanntheit und Reputation als Arbeitgeber kann je nach Talentmarkt sehr unterschiedlich sein. Eines haben diese Marken aber gemeinsam: Sie erleichtern es, in der Masse der Arbeitgeber Gehör zu finden. Für vermeintliche No-Names habe ich auch gearbeitet, ich würde sie jedoch eher als Hidden Champions bezeichnen, da sie tolle Möglichkeiten des Markenaufbaus bieten und oft in ihrer Branche alles andere als Unbekannte sind. Aber nicht jeder kann Apple sein.

Gibt es auf Ihrem beruflichen Weg einen Mentor?

Nein. Ich verlasse mich im Zweifel auf den Rat guter Freunde. Ich hatte ein paar wenige gute Vorgesetzte, von denen ich lernen konnte. Und von den schlechten habe ich auch gelernt.

Welche Chance hat sich in Ihrer Karriere nie ergeben?

Eine Gesamtpersonalverantwortung. Ich bin mir aber auch nicht so sicher, ob ich die unbedingt möchte.


Dieser Beitrag ist in Ausgabe 09/2018 erschienen. Sie können die gesamte Ausgabe im › Shop bestellen.