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Was Jobsuchende frustriert

Frau schlägt die Hände vor das Gesicht
Viele Jobsuchende frustrieren umständliche Bewerbungsprozesse und fehlende Rückmeldungen. Foto: © fizkes/AdobeStock

Das ergab eine Studie
der Jobplattform StepStone, für die 28.000 Menschen zum Thema Jobsuche
und Bewerbung befragt wurden und die repräsentativ für die
Erwerbsbevölkerung ist.

Die Studie untersucht die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt für
Beschäftigte unterschiedlicher Berufsgruppen, gibt Einblick in die
Präferenzen und Erwartungen bei der Jobsuche und schildert die
Erlebnisse der Arbeitnehmer*innen im Bewerbungsprozess.

Auch die
Erfahrungen von Recruiter*innen in Bezug auf die Erstellung von
Stellenanzeigen und Personalgewinnung wird analysiert. Außerdem zeigt
die Studie erste Auswirkungen der Covid-Pandemie auf Gehaltserwartungen
und -verhandlungen. Doch was stört Jobsuchende besonders und was
können Unternehmen tun, um das zu ändern?

Stellenanzeige nicht aussagekräftig

Viele Jobsuchende versuchen erst gar nicht, sich zu bewerben, weil sie
bereits in den Stellenanzeigen wichtige Informationen vermissen. Die
reine Beschreibung der Tätigkeiten im Job und die Anforderungen reichen
vielen längst nicht aus. Sie wollen so viele Informationen über den
potenziellen Arbeitgeber wie möglich.

Jobsuchende interessiert neben
Angaben zu Arbeitszeiten (63 Prozent) besonders Regelungen zu Homeoffice
und flexiblen Arbeitsmodellen (48 Prozent). Doch nicht nur das: Drei
von vier Befragten wünschen sich bereits in Stellenanzeigen
Informationen zum Gehalt.

Ganze 96 Prozent sagen sogar: Wenn eine
Gehaltsangabe in Stellenanzeigen gemacht wird, steigt die
Wahrscheinlichkeit, dass ich mich bewerbe. Gängige Formulierungen wie
“Wir bieten Ihnen ein überdurchschnittliches Gehalt” sind den meisten
Befragten jedoch nicht konkret genug. Stattdessen bevorzugen sie
detaillierte Gehaltsspannen (89 Prozent) oder die Angabe eines
Durchschnittsgehalts (82 Prozent).

Bewerbungsprozess zu kompliziert

Ein transparenter Bewerbungsprozess ist das A und O bei der Suche nach
einer neuen Stelle. Denn je einfacher dieser abläuft, desto größer ist
auch die Chance, dass Bewerber*innen am Ende eine Stelle annehmen. Das
sagen 86 Prozent der Befragten. Aber: Mehr als ein Drittel vergibt nur
die Schulnote 3 im Hinblick auf Aufwand und Nutzerfreundlichkeit bei der
Bewerbung.

Das liegt auch daran, dass immer mehr Menschen die
Stellenanzeigen auf ihrem Smartphone checken (72 Prozent). Sie erwarten,
dass die Jobs dort sauber angezeigt werden und man sich ohne viel
Aufwand bewerben kann. Besonders lästig empfinden Bewerber*innen, für
jede Bewerbung individuelle Anschreiben formulieren zu müssen.
Dreiviertel sagen: Es sei ihnen wichtiger, sich schnell und einfach
bewerben zu können, als alle Bewerbungsunterlagen immer neu erstellen zu
müssen.

Keine Rückmeldung zur Bewerbung

Der Lebenslauf ist aktualisiert, das Anschreiben formuliert, Zeugnisse
angehangen und schließlich der Button “Jetzt bewerben” gedrückt. Und
dann? Für viele heißt das: warten. Oftmals sehr lange und manchmal
sogar vergeblich.

In vielen Fällen bekommen Bewerber*innen gar keine
Rückmeldung auf ihre Bewerbung. Fast 60 Prozent sagen, dass das
besonders frustrierend sei. Dabei empfänden es viele Bewerber*innen
hilfreich, wenn zu Beginn an klar wäre, wie viele Runden ein
Bewerbungsprozess habe und wie lange man voraussichtlich auf eine
Rückmeldung der Unternehmen warten müsse.

Doch hier ist noch Luft nach
oben: Ein Viertel der Befragten vergibt nur die Schulnote 4 im Hinblick
darauf, wie transparent Unternehmen mit Hinweisen zum Ablauf, der Dauer
und Entscheidungsfindung im Bewerbungsprozess umgehen.