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Zeit des Umdenkens

Oliver Blüher.
Oliver Blüher ist seit Juni 2019 Country Manager für die DACH-Region bei Slack. Slack ist eine Channel-basierte Messaging-Plattform, die für das kollaborative Arbeiten von Teams verwendet wird. Foto: Maisberger

Bis vor Kurzem gab es in vielen Unternehmen eine große Skepsis gegenüber flexiblen Arbeitsbedingungen. Die meisten Führungskräfte waren es gewohnt, ihrem Team über die Schulter zu schauen und ihre Mitarbeiter von neun bis fünf Uhr im Büro zu sehen. Doch die Pandemie hat alles verändert. Die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus zwangen viele Unternehmen, genau die Wege zu beschreiten, denen sie zuvor kritisch gegenüberstanden. Aufgrund der Corona-Krise mussten quasi über Nacht weitgreifende Veränderungen umgesetzt werden und viele Führungskräfte sahen sich plötzlich in der ungewohnten Situation, ihre Mitarbeiter nicht ständig um sich zu haben.

Aber auch jenseits von Corona gibt es viele gute Gründe, sich endlich für eine neue Art der Zusammenarbeit zu öffnen. Die fortschreitende Digitalisierung, die Anforderungen von Generation Y und Z, die jetzt in den Arbeitsmarkt eintreten, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind nur einige der Herausforderungen, denen sich Unternehmen stellen müssen. Es ist eigentlich längst überfällig, sich von den oft starren Vorstellungen darüber, wie Arbeit aussehen soll, zu lösen und einen Schritt in die Zukunft zu machen.

Die Art und Weise, wie wir jetzt arbeiten, erfordert einen breiteren Mentalitätswandel, weg von der Konzentration auf die geleisteten Arbeitsstunden hin zur Bewertung der Ergebnisse. Es geht dabei nicht darum, weniger zu arbeiten, sondern sich auf die Resultate bezüglich der dafür aufgewendeten Zeit zu konzentrieren. Manager sollten gemeinsam mit ihren Teams festlegen, was realistischerweise in einer Arbeitswoche erreicht werden kann und was dabei die höchste Priorität hat. Teams können dann mit größerer Autonomie ihre Ziele erreichen. Dabei ist es wichtig, dass der Arbeitsfortschritt für alle transparent ist, ohne dass Zeit in Statusbesprechungen verschwendet wird.

Das Arbeiten im Homeoffice ist gewöhnungsbedürftig, aber das bedeutet nicht, dass man einsam oder unproduktiv sein muss. Meiner Erfahrung nach hilft es, sich von Zeit zu Zeit bei den Kollegen zu melden, um zu sehen, wie es ihnen geht, und um sich darüber auszutauschen, wie man sich in der neuen Welt der Remote Work zurechtfindet. Die meisten erleben momentan wahrscheinlich sehr ähnliche Herausforderungen, und es ist immer hilfreich, mit Menschen in Kontakt zu kommen, die im selben Boot sitzen wie man selbst. Gerade jetzt sollten Mitarbeiter lernen, selbst aktiv zu werden und neue Routinen zu finden, zum Beispiel eigenständig Videokonferenzen zu organisieren und sich zu Beginn jeder Sitzung gegenseitig über die gemeinsamen Fortschritte zu informieren. Gleichzeitig müssen Organisationen ihren Mitarbeitern mehr vertrauen und sich in erster Linie auf die Ergebnisse ihrer Arbeit und nicht auf die aufgewendete Zeit konzentrieren.

Slack wurde als Plattform konzipiert, um Zusammenarbeit und Kommunikation neue Wege zu bieten, Wissenssilos aufzubrechen und einen permanenten Austausch zu ermöglichen. Wir möchten die Koordination von Ressourcen und Teams damit erleichtern und Unternehmen eine Art von Agilität und Reaktionsfähigkeit mitgeben, die für den Übergang in eine neue Art der Arbeitswelt erforderlich ist. Für einige Unternehmen hatte die Umstellung auf eine flexiblere Arbeitsweise bisher keine Priorität. Doch die neue Situation erforderte schnelles Handeln. Die aktuelle Krise zeigt uns also, was alles möglich ist – auch in der Zukunft nach Corona.