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Unternehmenskultur aus Sicht der Mitarbeiter

Gruppe von Mitarbeitern
Arbeitnehmer wünschen sich eine kollegiale und motivierende Unternehmenskultur. Foto: © AntonioDiaz/AdobeStock

Darauf weist eine aktuelle Analyse von 30.000 auf der
Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu abgegebenen Kulturassessments für
Unternehmen aus zehn Branchen aus dem DACH-Raum hin, die von der
Beratungsfirma NEO Culture durchgeführt wurde.

Ordnet
man die von den Arbeitnehmern gewählten Begriffe übergeordneten
Kategorien zu, so werden in den Branchen Beratung, IT und Internet
überdurchschnittlich häufig Begriffe genannt, die sich dem Thema
“Kollegialität” zuordnen lassen (Begriffe wie “Sich kollegial verhalten”
oder “Für sein Team arbeiten”). Begriffe aus diesem Cluster werden in
der Beratung von 54,5 Prozent gewählt, in der IT von 52,5 Prozent, in der
Internetbranche von 49,3 Prozent. Zum Vergleich sind es in der Öffentlichen
Verwaltung 38,8 Prozent.

Beim Thema “Motivation” (zum Beispiel “Mit
Begeisterung bei der Sache sein” oder “Die eigene Arbeit sinnvoll
finden”) liegen wiederum Internet (42,6 Prozent), IT (42,0 Prozent) und Beratung vorn
(41,8 Prozent). Auch im Branchencluster “Gesundheit/Soziales/Pflege” werden
diese Begriffe mit 33,8 Prozent noch überdurchschnittlich oft gewählt.
Schlusslicht beim Thema Motivation ist wiederum die Öffentliche
Verwaltung mit 27,8 Prozent. Aber auch Handel (28,6 Prozent) und Automobilwirtschaft
(28,8 Prozent) weichen beim Thema Motivation deutlich nach unten ab.

Dagegen werden Begriffe,
die auf einen starken Leistungsdruck für die Arbeitnehmer hinweisen wie
“Mitarbeiter überfordern” oder “Dauernd Überstunden machen” in
Beratung (13,8 Prozent), IT (12,4 Prozent) und Internet (12,8 Prozent) vergleichsweise selten
gewählt, obwohl sich die Branchen zum Teil durch sportliche
Arbeitszeiten auszeichnen. Vorn liegen hier Handel (23,7 Prozent),
Gesundheit/Soziales/Pflege (21,1 Prozent) und Automobil (19,7 Prozent).

Gerade in den
im Zusammenhang mit Corona als systemrelevant charakterisierten Branchen
Handel und Gesundheit/Soziales/Pflege ist das Empfinden von Druck
besonders stark ausgeprägt. Auf eine starke Ausübung von Macht auf
Arbeitnehmer deuten Begriffe wie “Mitarbeiter klein halten” oder
“Mitarbeiter eng kontrollieren”. Hier assoziieren Mitarbeiter aus Handel
und Maschinenbau (jeweils 18,6 Prozent), Industrie (18,4 Prozent), Automobil (17,7 Prozent),
Banken (17,5 Prozent) und Gesundheit/Soziales/Pflege (16,9 Prozent) ihre Arbeitgeber
überdurchschnittlich oft mit den entsprechenden Begriffen.
Unterdurchschnittlich ausgeprägt sind diese als Schwäche der Arbeitgeber
empfundenen Begriffen in den Branchen Internet (13,1 Prozent), IT (12,5 Prozent) und
Beratung (12,1 Prozent).

Folgt
man der Einschätzung der Arbeitnehmer, so bewegen sich traditionelle
Kernbranchen der Wirtschaft wie Automobil, Maschinenbau oder Industrie
im deutschsprachigen Raum weit vom Agilitäts-Benchmark entfernt. Im
Maschinenbau wählen nur 18,7 Prozent der Arbeitnehmer Begriffe aus dem
semantischen Agilitäts-Cluster wie “Neue Dinge ausprobieren” oder “Sich
was trauen”.

Auch weitere traditionelle Kernindustrien wie etwa die
Automobilwirtschaft (19,9 Prozent) weisen hier unterdurchschnittliche Werte
auf. Ebenso empfinden die unter einem vergleichbaren Veränderungsdruck
stehenden Banken lediglich 19,0 Prozent der eigenen Mitarbeiter als agil. Diese
Branchen liegen damit beim Thema Agilität allesamt näher an der
Öffentlichen Verwaltung (13,5 Prozent) als an den schnelleren Branchen: Über
dem Durchschnitt liegen wiederum die “Glücklichen Drei” Internet
(37,1 Prozent), Beratung (33,2 Prozent) und IT (31,4 Prozent).