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Generation Z ansprechen: TikTok testet neues Video-Recruiting-Tool

Mit kurzen, kreativen Videos können sich Jobsuchende im Rahmen eines US-Pilotprojekts von Tiktok auf freie Stellen bewerben. (Foto: Tiktok)
Mit kurzen, kreativen Videos können sich Jobsuchende im Rahmen eines US-Pilotprojekts von Tiktok auf freie Stellen bewerben. (Foto: Tiktok)

Die soziale Plattform Tiktok bietet in den USA ein Recruiting-Tool für Nutzerinnen und Nutzer sowie interessierte Unternehmen zum Test an. Jobsuchende können sich nun per Kurzvideos auf ausgeschriebene Stellen bewerben. Das Pilotprojekt läuft erst einmal bis Ende Juli, danach soll sich entscheiden, ob es auch in anderen Ländern wie Deutschland angeboten wird.

Die Idee: Unternehmen machen ihre Stellenanzeigen auf Tiktok mit dem Hashtag #TikTokResumes öffentlich. Nutzerinnen und Nutzer können sich dann mit Kurzvideos auf die Stellen bewerben. Beispielvideos gibt es bereits, die sich in der Gestaltung klar an den Videos orientieren, die sonst auf der Plattform zu sehen sind. Nur ihr Thema unterscheidet sich. Junge Erwachsene stellen sich vor und sprechen über ihre berufliche Erfahrung sowie ihre Talente. Mit Schriftzügen, die mit der entsprechenden Körperbewegung auftauchen, und Fotos von Arbeitsproben, die im Hintergrund an der richtigen Stelle im Video eingeblendet werden, erinnern die Bewerbungsvideos an verspielte Kurzpräsentationen. Kreativ, kurz und auf den Punkt soll es sein, wenn es nach den Projektverantwortlichen von Tiktok geht. Die Bewerbenden versehen ihr Video mit dem entsprechenden Hashtag und werden so von den Betreibern der Videoplattform herausgefiltert und an die Unternehmen weitergeleitet.

400 Stellenanzeigen bereits geschaltet

40 US-Unternehmen – unter anderem die Schnellrestaurantkette Chipotle, der Discounteinzelhändler Target und die E-Commerce-Software Shopify – haben zu Beginn des Pilotprojektes insgesamt rund 400 Stellenanzeigen geschaltet. “Wir freuen uns zu sehen, wie unsere Community dabei hilft, Recruiting neu zu gestalten”, sagt Nick Tran, Global Head of Marketing bei Tiktok.

Die deutsche HR-Szene beobachtet den Start des Pilotprojekts mit Spannung, es gibt aber auch zahlreiche kritische Stimmen. In Diskussionen bei Linkedin zeigt sich: Mal wird die Plattform als zukunftsweisend gesehen, weil sie eine leichte und spielerische Möglichkeit für die Generation Z biete, um sich zu bewerben. Mal wird kritisiert, dass das Recruiting-Tool nicht inklusiv sei und nicht alle Altersgruppen gleich anspreche. Es gebe schließlich auch Menschen, die sich unwohl vor der Kamera fühlen. Dann bliebe noch die Frage, ob der in Deutschland stark verbreitete Fokus auf Lebensläufen und Zertifikaten mit dem Tool vereinbar sei.

 

Ist Redakteurin der Personalwirtschaft. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte sind die Themen Diversity, Gleichberechtigung und Work-Life-Balance.