XING: Herr Baumann, Sie beobachten den Recruiting-Markt seit Jahrzehnten. Wie unterscheidet sich die aktuelle Phase von früheren Umbrüchen?
Ralf Baumann: Ehrlich gesagt – weniger, als viele denken. Ich habe als CEO bei Stepstone mehrere Krisen miterlebt, und es gibt Muster, die sich wiederholen. Erst wird verunsichert reagiert, Budgets werden zusammengestrichen, dann setzt sich am Ende doch wieder durch, wer in schwierigen Zeiten investiert statt nur verwaltet. Es fühlt sich gerade an, als würde sich die Geschichte wiederholen – nur die Auslöser sind andere. Die Reaktionsmuster der Branche sind erstaunlich ähnlich.
Viele Recruiter unterscheiden noch zwischen Active und Passive Sourcing. Wie sehen Sie das?
Diese Unterscheidung war mal sinnvoll, um Recruiting-Strategien zu erklären: hier die klassische Ausschreibung, dort die aktive Ansprache. Aber Kandidaten denken heute nicht in diesen Kategorien. Sie sind mal aktiv suchend, mal offen, mal beides an einem Tag. Es gibt nur noch eine Aufgabe: die richtigen Menschen zur richtigen Zeit mit der richtigen Botschaft erreichen. Ob das „aktiv“ oder „passiv“ heißt, ist für mich zweitrangig geworden. Am Ende gibt es nur noch Sourcing. Und da ist XING aufgrund seiner wachsenden Profildatenbank, der extrem performanten Stellenanzeigen und dem konsequenten Einsatz von Künstlicher Intelligenz ganz vorne, einen einzigartigen Zugang zu Active und Passive Sourcing in einer Lösung zu bieten.

Was hat Sie bewogen, nach Ihrer Zeit als StepStone-CEO jetzt XING als Senior Advisor strategisch zu begleiten?
Ich begleite ja einige HR-Tech-Startups im deutschen Markt, die Unternehmen beim Finden und Ansprechen passender Talente unterstützen. Da bemerkt man fehlende Lösungen. XING bietet ein einmaliges, noch unentdecktes Potential und ist einer der wenigen lokalen Anbieter in Deutschland. Als Berater kann ich einbringen, was ich über die Jahre gelernt habe. Und ich lerne gleichzeitig viel dazu – gerade bei Themen wie KI im Recruiting entwickelt sich gerade wahnsinnig viel.
Inzwischen arbeiten mehr als 60 ehemalige Stepstone-Mitarbeitende bei XING – viele davon in der Führungsspitze. Wie lesen Sie das?
Als sehr starkes Signal. Menschen, die selbst schon einmal einen Marktführer mit aufgebaut haben, wechseln nicht aus Zufall dorthin, wo sie glauben, dass nichts vorwärtsgeht. Dass sich mehrere erfahrene Leute aus meinem früheren Umfeld für XING entschieden haben – allen voran Simone Reif als Managing Director und Chief Revenue Officer sowie Mario Kühlkamp als Chief Sales Officer (siehe Aufmacherfoto, Anm. von Xing) –, ist für mich handfester Beweis für den Kompetenzaufbau, der dort gerade passiert.
Wo sehen Sie schon jetzt Ergebnisse, die zeigen, dass die Richtung stimmt?

XING-Stellenanzeigen erzielen inzwischen im Schnitt 34 Bewerbungen – eine Vervielfachung in weniger als einem Jahr. Das ist für mich der eigentliche Beweis: nicht eine schwammige Ankündigung, sondern eine Kennzahl, die mit viel Speed auf die Überholspur gebracht wurde.
Warum sollten Unternehmen jetzt – und nicht erst später – auf XING setzen?
Weil XING liefert. Die Substanz ist längst da, auch wenn das draußen noch nicht jeder mitbekommen hat. Über 21 Millionen Jobsuchende im deutschsprachigen Raum, mehr als 20.000 Recruiter, die die Plattform aktiv nutzen. Wer heute noch glaubt, XING sei in erster Linie ein Business-Netzwerk, hat die letzten Jahre verschlafen. Das ist eine hochperformante Jobbörse, Karriere- und Sourcing-Plattform geworden. Wer sich jetzt nicht mit XING auf eine Rückkehr eines ausgeglichenen Arbeitsmarkts vorbereitet, zahlt morgen den Preis in Form von fehlenden Kandidaten. Wer aber auf XING setzt, der arbeitet mit einem Team, das genau weiß, wie man in diesem schwierigen Umfeld erfolgreich ist.
Info
XING in Zahlen
- 21 Mio. Jobsuchende im D-A-CH-Raum
- rund 1 Mio. offene Stellen auf der Plattform
- mehr als 20.000 Recruiter nutzen XING
- 34 Bewerbungen im Schnitt pro Stellenanzeige
