KI-Fachkräfte: Deutschland Platz 3 – Gehaltslücke zu USA wächst

Artikel anhören
Artikel zusammenfassen
Teilen auf LinkedIn
Teilen per Mail
URL kopieren
Drucken
Kurz gesagt:
Deutschland belegt laut dem Beratungsunternehmen Willis Towers Watson-Studie (WTW) bei der Nachfrage nach KI-Fachkräften weltweit Platz 3 – hinter den USA und Indien. Wer Talente halten will, muss bei der Vergütung grundlegend umdenken.

Kurz gesagt:
Deutschland belegt laut WTW-Studie bei der Nachfrage nach KI-Fachkräften weltweit Platz 3 – hinter den USA und Indien. Wer Talente halten will, muss bei der Vergütung grundlegend umdenken.

Warum gilt Deutschland als attraktiver Standort für KI-Fachkräfte?

Der Kampf um KI-Talente ist längst ein globales Kräftemessen. Wer heute Machine-Learning-Experten gewinnen oder halten will, konkurriert nicht mehr nur mit dem Nachbarkonzern, sondern mit Tech-Giganten aus den USA und boomenden Märkten in Lateinamerika oder Asien. Die Konsequenz: Wer nur auf das Grundgehalt setzt, verliert. Was früher als attraktives Paket galt, reicht heute kaum noch aus, um die gefragtesten Köpfe zu überzeugen – geschweige denn zu halten.

Wie groß ist der Gehaltsabstand zwischen Deutschland und den USA?

Deutschland stark positioniert Das zeigt die aktuelle Umfrage „Artificial Intelligence and Digital Talent Salary Survey“ der Unternehmensberatung WTW, für die weltweit rund 11.700 Unternehmen aus 30 Ländern befragt wurden, darunter 597 aus Deutschland. Das Ergebnis ist ein Zweiklang aus Stärke und Warnung: Deutschland liegt bei der Nachfrage nach AI Engineers und Machine Learning Engineers weltweit auf Platz drei – hinter den USA und Indien, aber vor allen anderen europäischen Ländern. Die Kombination aus starker Hochschullandschaft, breiter Industriebasis und wachsender KI-Adaption in Branchen wie Automotive und Maschinenbau macht den Standort attraktiv.

Wachsender Gehaltsabstand zu den USA Gleichzeitig wächst der Gehaltsabstand zu den USA: Die Gesamtvergütung für Machine-Learning-Experten auf mittlerer Fachebene liegt in den USA im Median bei über 170.000 US-Dollar, in Deutschland bei rund 122.000 US-Dollar.

Hinzu kommt, dass Schwellenländer rasant aufholen – in Mexiko etwa stiegen die Gehälter zuletzt um 19 Prozent, die Gesamtvergütung sogar um 29 Prozent. Der Druck beschränkt sich nicht auf KI: Auch bei Cloud-Computing-Rollen zogen die Mediangehälter im Ländervergleich um 9 Prozent an, die Gesamtvergütung um 12 Prozent.

Dass KI-Rollen bei der Vergütung weiterhin über Disziplinen wie Cloud Computing und Cyber Security liegen, führt WTW auf die Knappheit fortgeschrittener KI-Kompetenzen und deren wachsende strategische Bedeutung zurück.

Differenzierte Programme für Digital Talents Knapp die Hälfte der Unternehmen weltweit bietet bereits differenzierte Programme für Digital Talents an. Im Einzelnen setzen die Unternehmen auf folgende Maßnahmen:

  • 45 % – Höhere Grundvergütung
  • 38 % – Flexible Arbeitsmodelle
  • 29 % – Erweiterte Weiterbildung
  • 26 % – Retention-Boni
  • 21 % – Langfristige Incentives wie Restricted Stock Units (RSU)

Gerade bei KI-Rollen wächst die Gesamtvergütung laut WTW stärker als das Grundgehalt allein.

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Recruiting und Employer Branding. Er verantwortet weiterhin die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft. Foto: FBM

Sven Frost betreut das Thema HR-Tech, zu dem unter anderem die Bereiche Digitalisierung, HR-Software, Zeit und Zutritt, SAP und Outsourcing gehören. Zudem schreibt er über Recruiting und Employer Branding. Er verantwortet weiterhin die redaktionelle Planung verschiedener Sonderpublikationen der Personalwirtschaft.