In regelmäßigen Abständen kommt das Thema Gehaltsverhandlung bei Mitarbeitergesprächen auf den Tisch. Für Arbeitgeber bedeutet eine Gehaltserhöhung jedoch auch zusätzliche Lohnnebenkosten, während für die Angestellten durch Steuern und Sozialversicherungsabgaben nur ein Teil davon tatsächlich ankommt. Steuerfreie oder steuerbegünstigte Benefits können deshalb eine interessante Ergänzung zur klassischen Vergütung sein.
Warum eignen sich gerade Mobilitätsbenefits?
Unternehmen möchten Talente halten, und ein bedeutender Anreiz dafür sind immer noch finanzielle Vorteile. Doch wenn von einer gewährten Gehaltserhöhung nur ein Teil übrigbleibt, können sich Alternativen zur Gehaltserhöhung lohnen.
Mobilitätsbenefits eignen sich dafür besonders gut, weil Mobilitätskosten für alle Menschen regelmäßige Ausgaben im Alltag darstellen. Außerdem können flexible Mobilitätsbenefits die unterschiedlichen Mobilitätsbedürfnisse besser berücksichtigen. Benefits wie das Deutschland-Jobticket oder ein flexibles Mobilitätsbudget können auch privat genutzt werden. Darüber hinaus sind manche Mobilitätsarten wie der ÖPNV nach § 3 Nr. 15 EStG unter bestimmten Voraussetzungen steuerfrei, sodass ein deutlich größerer Teil des Mobilitätszuschusses ankommt.
Die aktuelle Studie von Mobiko (Eigenschreibweise: MOBIKO), einem der führenden Anbieter für Unternehmensmobilität in Deutschland, zeigt, dass öffentliche Verkehrsmittel inkl. Deutschlandticket mit 43 % die zentrale Säule beim Mobilitätsbudget bilden.

Neben den finanziellen Vorteilen können Mobilitätsbenefits außerdem dazu beitragen, die Mitarbeiterbindung zu unterstützen. Wenn tatsächlich anfallende Kosten für Mobilität im Alltag durch einen Mobilitätsbenefit abgedeckt werden, kann der wahrgenommene Mehrwert für Beschäftigte sehr hoch sein. Weiterhin sind Mobilitätsbenefits ein starkes Argument im Employer Branding sowie in der Talentgewinnung.
Was Unternehmen und Mitarbeitende beachten sollten
Beim Thema Mobilitätsbenefit statt Gehaltserhöhung gibt es allerdings sowohl auf Arbeitnehmenden- als auch auf Unternehmensseite einiges zu beachten, damit eine Nettolohnoptimierung erreicht wird:
Für Unternehmen:
- Zuschüsse müssen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gezahlt werden, damit sie steuerfrei sind
- Ein Mobilitätsbenefit ersetzt kein faires Gehalt
- Eine bereits vereinbarte Gehaltserhöhung kann nicht einfach in einen steuerfreien Benefit umgewandelt werden
- Die Umsetzung sollte für Mitarbeitende und HR einfach und digital sein
Für Beschäftigte:
- Benefit muss zur Lebensrealität der Mitarbeitenden passen
- Finanzieller Wert muss erkennbar sein
- Berechtigte Fragen und Einwände von Arbeitnehmenden sollten ernst genommen und beantwortet werden
Wann ist was die bessere Wahl?
Trotz steuerlicher Vorteile ist ein Mobilitätsbenefit nicht grundsätzlich die bessere Alternative. Eine Gehaltserhöhung ist insbesondere dann das passendere Instrument, wenn eine höhere Verantwortung oder Leistung dauerhaft vergütet oder das Gehalt an das marktübliche Niveau angepasst werden soll.
Mobilitätsbenefits entfalten ihren Mehrwert vor allem dann, wenn eine Nettolohnoptimierung angestrebt wird. Besonders bei häufigem Einsatz von ÖPNV bleibt dem Mitarbeitenden spürbar mehr Netto.
Auch eine Kombination kann sinnvoll sein: Unternehmen können beispielsweise eine moderate Gehaltserhöhung durch einen zusätzlich gewährten Mobilitätsbenefit ergänzen. So erhalten Beschäftigte dauerhaft mehr Gehalt und profitieren gleichzeitig von einer steuerlich begünstigten Unterstützung ihrer Mobilitätskosten.
Mobiko zeigt in seinem Leitfaden „Mobilitätsbenefit statt Gehaltserhöhung“ an mehreren Beispielen aus der Praxis, wie Unternehmen zwischen 8 % und 25 % an Kosten eingespart haben.
So gelingt die Umsetzung
- Bedarf analysieren: Prüfen Sie, ob ein Mobilitätsbenefit zu den Bedürfnissen Ihrer Mitarbeitenden passt: Eignet sich beispielsweise ein Deutschland-Jobticket oder besser ein flexibles Mobilitätsbudget?
- Umsetzung: Steuerliche Behandlung, Besonderheiten in der Abrechnung und Prozesse rund um Mobilitätsbenefits müssen einem klaren Ablauf folgen. Ggf. ist auch eine Betriebsvereinbarung notwendig.
- Kommunikation: Alternativen zur Gehaltserhöhung müssen klar und ausführlich kommuniziert werden, damit sie angenommen werden und nicht das Gefühl erzeugen, dass es sich um ein Sparmodell des Unternehmens handelt. HR sowie die Führungskräfte sollten alle Fragen ihrer Belegschaft zum Thema beantworten können.
