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Fast jeder Zweite spielt im Job eine Rolle

Büroangestellter mit Maske
Viele Mitarbeiter denken, dass sie im Job nicht ihre Persönlichkeit zeigen dürfen, sondern eine Rolle spielen müssen.
Foto: © Elnur-stock.adobe.com

An der Xing-Studie nahmen 1000 Menschen in der DACH-Region teil. Die allerwichtigste Bedingung, um im Job zufrieden zu sein, ist Respekt, das heißt, ein fairer Umgang untereinander im Unternehmen. So gut wie alle Befragten (98 Prozent) nannten dieses Kriterium. Fast ebenso wichtig sind Wertschätzung für die eigene Arbeit und Leistung, ein faires Gehalt sowie Spaß bei der Arbeit – all diese Aspekte gaben mehr als 90 Prozent der Befragten an.

Es mangelt an Respekt und Wertschätzung im Job

Zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft jedoch eine Lücke: Nur knapp jeder zweite Befragte (49 Prozent) kann bestätigen, dass ihm bei der Arbeit Respekt entgegengebracht wird. Auch fühlen sich lediglich 46 Prozent der Studienteilnehmer im Job wertgeschätzt. Spaß bei der Arbeit hat rund die Hälfte der Befragten. Am positivsten bewerten sie noch das Gehalt: 58 Prozent empfinden es als fair. Immerhin 25 Prozent der Studienteilnehmer geben an, dass sie im aktuellen Job unzufrieden sind.

Mitarbeiter wünschen sich, bei der Arbeit authentisch sein dürfen

Daneben zeigt die Studie auf, dass es für die Zufriedenheit der Mitarbeiter auch darauf ankommt, dass sie sich willkommen fühlen und sie selbst sein dürfen. Doch fast die Hälfte der Befragten sieht sich dazu nicht in der Lage: 45 Prozent sagen, dass sie ein privates und ein berufliches Ich haben. 42 Prozent haben sogar das Gefühl, im Job eine Rolle spielen zu müssen. Dabei wünschen sich fast zwei Drittel der Studienteilnehmer (63 Prozent), dass sie sich privat und beruflich gleich verhalten können. Auf die Frage, warum sie sich im Berufsleben verstellen müssen, antworteten 41 Prozent, es sei im Unternehmen nicht gewünscht, die eigene Meinung zu äußern. 38 Prozent denken, ihr Arbeitgeber sähe sie nicht als Individuum. Weitere 36 Prozent glauben, dass das Zeigen von Emotionen – vor allem negativen – nicht erwünscht sei.

Menschen wollen im Job nicht Teil eines Systems sein, in dem sie Rollen spielen müssen, sondern Wertschätzung als Individuen erfahren,

kommentiert Sabrina Zeplin, Geschäftsführerin von > Xing, die Befragungsergebnisse.

Zwei Drittel der Berufstätigen wollen selbstbestimmt arbeiten

Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit Mitarbeiter nicht das Gefühl haben, eine Rolle zu spielen und ihre Persönlichkeit zu verstellen? Für gut zwei Drittel (69 Prozent) ist es ein wichtiges Kriterium, dass sie selbstbestimmt arbeiten und Entscheidungen treffen können. Für 63 Prozent ist das Ausüben einer Tätigkeit, die ihnen Spaß macht, ein bedeutender Faktor. Außerdem gehört es für 58 Prozent der Befragten dazu, ihre Persönlichkeit durch ihr Styling oder ihre Kleidung zu zeigen.

Anhand der Befragungsergebnisse kommt die Studie zu dem Schluss, dass die emotionale, zwischenmenschliche Interaktion im Arbeitsleben an Bedeutung gewinnt, vor allem vor dem Hintergrund des dynamisch verlaufenden technologischen Wandels.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.