Aktuelle Ausgabe

Newsletter

Abonnieren

Microsoft-Studie: Ein Ausweg aus dem Meeting-Stress?

Kurze Pausen zwischen Meetings können das Stresslevel auf einem niedrigeren Stand halten. (Foto: Microsoft)
Kurze Pausen zwischen Meetings können das Stresslevel auf einem niedrigeren Stand halten. (Foto: Microsoft)

Was den meisten Remote-Arbeitern unterschwellig bewusst war, hat nun eine Studie des Softwareentwicklers Microsoft bestätigt. Fortlaufende Meetings lösen eine Stressreaktion in unserem Körper aus. Kurze Pausen zwischen den Besprechungen können dagegen viel bewirken – auch wenn sie nur fünf Minuten lang sind.

Im Rahmen der Untersuchung hat ein Projektteam 14 Menschen, die remote arbeiten, an ein Elektroenzephalografie-Gerät (EEG) angeschlossen, welches die elektrische Aktivität im Gehirn misst. Einmal haben sie mit der EEG-Haube auf dem Kopf an vier 30-Minuten-Meetings direkt hintereinander teilgenommen. An einem anderen Tag hatten sie vier 30-Minuten-Meetings mit jeweils einer 10-minütigen Pause dazwischen. In dieser führten die Teilnehmer eine Meditation durch. Das Ergebnis: Bei den fortlaufenden Meetings erhöhte sich die Aktivität der Betawellen, was mit der Bildung von Stress verbunden wird. Bei den Teilnehmern, die zwischendrin Pausen gemacht und meditiert haben, ist der Stresspegel im Körper nicht gestiegen – und war somit am Ende der Meeting-Reihe genauso hoch, wie vor allen vier Gruppengesprächen.

Aufmerksamere Teilnahme durch Pausen

Auch entstand durch die Pausen eine positive Ausprägung der Frontalen Alphaasymmetrie der Gehirnwellen, was laut den Studienverantwortlichen mit einer erhöhten Aufmerksamkeit einhergeht. Wurden keine Pausen zwischen den Gruppen-Besprechungen gemacht, war die Alphaasymmetrie negativ ausgeprägt, was auf Unaufmerksamkeit hindeutet. Die Studie zeigt auch, dass der Übergang von einem in das andere Meeting selbst ein Stressauslöser ist. Der Gedanke an das nächste Gespräch und den inhaltlichen Wechsel ließ das Stresslevel der Studien-Teilnehmer ansteigen.

“Unsere Untersuchung zeigt, dass Pausen nicht nur wichtig sind, um uns vor Ermüdung zu schützen, sondern auch, um unsere Konzentration und aktive Teilnahme an den Meetings zu erhöhen”, sagt Michael Bohan, Senior Director von Microsofts Human Factors Engineering Gruppe, der das Projekt betreut hat. “In unserer heutigen Welt des hybriden und remote Arbeitens, reicht es nicht aus, Mitarbeitenden nur Empfehlungen zur Selbstfürsorge auszusprechen”, fügt Kathleen Hogan, Chief People Officer bei Microsoft hinzu. “Wir müssen Technologie entwickeln, die dabei hilft, standardisiert Pausen in den Arbeitsalltag zu integrieren.”