Seine Mitarbeitenden zu befragen, soll mittels Künstlicher Intelligenz (KI) einfacher werden. Das zumindest versprechen einschlägige Anbieter. Fragebögen ließen sich schneller erstellen denn je. Ferner könne KI aus individuellem Feedback (in Freitextfeldern) kurzerhand Muster erkennen und Stimmungen deuten, was analogen Verfahren nur mit größter Mühe gelinge. Und: Statt einen ellenlangen Frageparcours zu absolvieren, werden Mitarbeitende nun von einem Chatbot ins Gespräch verwickelt. Hier wird Klartext gesprochen; falls nicht, hakt das virtuelle Gegenüber höflich nach.
Höhere Zeiteffizienz, tiefere Analyse, mehr Dialogorientierung in „Conservationals Surveys“: Für den Lebensmitteleinzelhändler Globus mit Sitz im saarländischen Sankt Wendel, der gut 60 Markthallen betreibt, klingt das nach echtem Mehrwert. Personalleiter Markus Eckert betont, dass klassische Mitarbeiterbefragungen weder brisante Themen erkennen lassen, die die Beschäftigten umtreiben, noch dazu geeignet seien, notwendige Veränderungen einzuleiten. „Sie veranschlagen einen hohen Aufwand, werden von Mitarbeitenden als zäh empfunden und verleiten zu irreführendem Feedback.“ Erst wenn in Workshops über konkrete Veränderungsmaßnahmen gesprochen werde, kämen die tatsächlichen Probleme der Beteiligten ans Tageslicht.
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