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Bestandsaufnahme: Kurzarbeit im Dezember

Restaurantraum mit hochgestellten Stühlen
Die Gastronomie leidet unter den Lockdowns am meisten, entsprechend hoch ist die Zahl der Kurzarbeiter. isFoto: © www.push2hit.de-stock.adobe.com

Im November 2020 waren 1,98 Millionen Menschen hierzulande von Kurzarbeit betroffen. Im Dezember nahm die Zahl der Kurzarbeiter leicht auf 1,95 Millionen ab. Das geht aus Schätzungen des Instituts für Wirtschaftsforschung (Ifo) hervor. Die Ergebnisse beruhen auf Meldungen von rund 7000 Unternehmen, die im Dezember bei der monatlichen Ifo Konjunkturumfrage nach dem aktuellen Einsatz von Kurzarbeit befragt wurden.

Hinter der Fassade der Stabilität verbergen sich jedoch größere Verschiebungen. In der Industrie ist die Kurzarbeit über alle Branchen gesunken. Gestiegen ist sie jedoch im Einzelhandel und im Gastgewerbe, die besonders vom aktuellen Lockdown betroffen sind,

sagt ifo-Arbeitsmarktexperte Sebastian Link.

Gastronomie: fast vier von zehn Mitarbeitern in Kurzarbeit

Im Einzelhandel nahm die Anzahl der Kurzarbeiter von 97 000 Menschen im November auf 150 000 im Dezember zu – das waren 6,1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber 3,9 Prozent im Vormonat. Im Gastgewerbe waren sogar 414 000 Beschäftigte in Kurzarbeit und damit 39 Prozent der Arbeitnehmer. Im November lag die Zahl noch bei 374 000 (35,3 Prozent).

Im Maschinenbau Rückgang bei immer noch hohem Niveau

Demgegenüber verzeichnet das Ifo-Institut in einigen Branchen einen Rückgang der Kurzarbeit: Im Großhandel nahm die Zahl der Kurzarbeiter von 101 000 auf 84 000 (6,2 Prozent der Beschäftigten) ab. Bei Autohändlern und Werkstätten sank sie von 26 000 auf 22 000 Mitarbeiter (3,2 Prozent). In der Industrie ging die Zahl der Kurzarbeiter von 680 000 auf 583 000 zurück (8,4 Prozent). Besonders viele Beschäftigte sind noch im Maschinenbau in Kurzarbeit, auch wenn sich die Zahl der Betroffenen von 185 000 auf 161 000 (15,1 Prozent) verringert hat.

In den Branchen, die vom Lockdown ab Mitte Dezember besonders betroffen sind, könnte die Schätzung allerdings unterzeichnet sein, relativiert das Institut das Ausmaß der Kurzarbeit. So hätten etwa im Einzel- und Autohandel 85 Prozent der Befragten ihren Umfang an Kurzarbeit bereits vor Ankündigung der Maßnahmen gemeldet.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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