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So finden Sie Freelance Consulter im Netz

Männer am Tablet.
wie finden Unternehmen passende und gute Freelance Consulter? Foto: Wasan/Adobe Stock

Im vergangenen Jahr setzte die Beraterbranche laut
Dachverband BDU knapp 35 Milliarden Euro um. Das Geschäft brummt, nicht zuletzt
aufgrund der digitalen Transformation, angetrieben durch die Corona-Pandemie.
Zur Zeit herrscht ein enormer Bedarf an Beratungs-Projekten und Experten, vorwiegend
im IT aber auch im Management-Umfeld. Freelancing-Consulter-Plattformen im Netz
sind nicht nur deshalb eine interessante Alternative zu konventionellen
Consulting-Anbietern.

Steigende Nachfrage
nach freiberuflichen Consultern

Eine Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Source
Global Research aus dem Jahr 2017 zeigt unter anderem, dass sich bereits zu
dieser Zeit Unternehmen zwar nach wie vor am ehesten an traditionelle
Beratungsunternehmen wandten. Allerdings gaben schon 40 Prozent der befragen
250 Führungskräfte aus Unternehmen in UK, Deutschland, der Schweiz und den
Niederlanden an, dass sie zu etwa gleichen Teilen auf traditionelle
Unternehmensberatungsfirmen und unabhängige Berater zurückgreifen.

Der Grund: Die Flexibilität der externen Berater und die im
Vergleich mit Beratungshäusern einfacher zu verhandelnden Vertragssituationen
mit freiberuflichen Beratern. 65 Prozent der deutschen Befragten setzten zudem auf
die höhere Flexibilität bei den freiberuflichen Experten. Geringere Kosten sind
ein weiterer Grund. Neben Flexibilität und Preis ist für etwa eines von vier
Unternehmen auch die höhere Qualität unabhängiger Freelancer ein Motiv, sich für
diese und nicht für Unternehmen als Berater zu entscheiden. Nach der Qualität
der Arbeit beider Anbietergruppen in bestimmten Beratungsdienstleistungen befragt,
waren die Ergebnisse eindeutig: Unabhängige Berater liefern in vier von acht nachgefragten
Bereichen qualitativ hochwertigere Arbeit und sind in zwei weiteren Bereichen
gleich gut wie Consulting Unternehmen.

Freelancing Consulter
als Alternative

Seit einigen Jahren bieten meist findige Ex-Berater Vermittlungsplattformen
für Freelance Consulter im Netz an. Heute nutzen nicht nur Unternehmen diese
Plattformen als Alternative zu konventionellen Beratungshäusern, sondern auch
vielfach Beratungshäuser selbst, die damit beispielsweise ihren Bedarf an
zusätzlichen Beratern kompensieren. Zurzeit sieht daher auch der Bundesverband
Deutscher Unternehmensberater, BDU, keine Konkurrenz in den Online
Marktplätzen. “Im Gegenteil, mit einigen von ihnen arbeitet der Verband,
beziehungsweise unsere Mitglieder, sogar zusammen”, erklärt BDU-Präsident
Ralf Strehlau. “Für etliche unserer Mitglieder, vor allem für kleinere und
mittelgroße Mitglieder, sind Plattformen wie Comatch durchaus geeignete
Sourcing-Plattformen, beispielsweise wenn eines der Unternehmen Spezialisten
benötigt, die gerade selbst nicht zu ihrem eigenen Beraterstamm zählen oder
ausgelastet sind.”

Sein Verbandskollege Arne Adrian, Vorsitzender des
BDU-Fachverbands Personalberatung, schränkt indessen ein: “Personalberater
nutzen solche Consulting-Plattformen bislang in ihrer beruflichen Praxis eher selten.
Am ehesten noch, um im Rahmen von Projekten ergänzende Leistungen für eigene
Kunden anbieten zu können.” Bei Suchaufträgen von Kunden aus dem Consulting
identifiziere man passende Beraterinnen und Berater jedoch immer noch vor allem
über die klassischen digitalen Karrierenetzwerke. “Die nutzen Netzwerke wie
LinkedIn vertrieblich und sind daher für uns gut auffindbar, zum Beispiel als
Freelancer oder Interim-Berater.”

Plattformen im
Überblick

Unsere Bilderstrecke gibt einen Einblick in die Welt der Freelance-Consulting-Vermittler.

Darüber hinaus positionieren sich ebenfalls
einige spezialisierte Anbieter am Rand dieses Genres. Dazu zählen IT-Fachkräftevermittler wie Etengo und Gulp oder, als Exot, das Profi-Netzwerk Xing
mit seinem ausgegliederten Geschäftszweig HalloFreelancer, die sich
grundsätzlich auf die Vermittlung von Freelancern und damit ebenfalls auch
Beratern, spezialisiert haben.

Fazit

Veränderungen innerhalb einer ultra dynamischen
Geschäftswelt sind eine zunehmend herausfordernde Konstante. Immer mehr
Unternehmen suchen deshalb externe Beratungsunterstützung, wobei sie zunehmend
Gefallen an Freelancern als externe Berater finden. Die Plattform-Ökonomie
bietet mit den Freelance Consulter Vermittlungen für diesen zunehmenden Bedarf Lösungen.
Die Zukunft wird zeigen, ob diese Plattformen zu einer zunehmend attraktiven
Alternative zu Beratungsunternehmen avancieren.

Ulli Pesch ist freier Journalist und schreibt regelmäßig über das Thema HR-Software in der Personalwirtschaft.