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Ghosting im Recruiting: 3 Tipps zur Prävention

Niemand mag es, fast alle kennen es: Auf eine oft scheinbar harmlose Frage im privaten Chat folgt ohne Vorwarnung keine Rückmeldung. Der wortlose Kontaktabbruch ist mittlerweile unter dem Begriff „Ghosting“ bekannt.

Seit einiger Zeit hat dieses Phänomen auch im Recruitingprozess Einzug gehalten. Viele HR-Verantwortliche kämpfen damit. Kandidat:innen hinterlassen einen positiven Eindruck, sind freundlich am Telefon und in E-Mails – aber melden sich plötzlich nicht mehr zurück. Oder schlimmer, sie erscheinen trotz Einladung einfach nicht zum vereinbarten Termin.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass in der Vergangenheit eher die Unternehmen durch fehlende Rückmeldungen aufgefallen sind und die Bewerber:innen oft ewig warten ließen. Das bestätigt auch eine Umfrage von Absolventa: 55 Prozent der Befragten gaben an, dass sie schlechte Kommunikation in Bewerbungsprozessen am meisten störe. Durch den aktuellen Arbeitskräftemangel hat sich die Situation mittlerweile gedreht. Viele Talente erhalten nun mehrere gute Angebote und sitzen somit oft am längeren Hebel.

Klar ist: Bleiben Positionen länger unbesetzt, kann dies erhebliche Kosten verursachen. Wir geben Ihnen deshalb drei Tipps, wie Sie Ghosting entgegenwirken können.

1. Setzen Sie einen hohen Standard bei der Kommunikation

Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und geben Sie auf Bewerbungen sowie Fragen innerhalb von 48 Stunden eine Rückmeldung. Warten Sie nicht, bis endgültige Entscheidungen feststehen – auch Zwischenstände sind für die Bewerber:innen hilfreich. Extra-Tipp: Schicken Sie im Vorfeld eines Termins einen Reminder. Oft erhalten Sie eine kurze Bestätigung oder aber eine Nachricht, dass der Termin nicht mehr nötig ist. So sparen Sie Zeit und warten nicht unnötig.

Bleiben Sie verbindlich in Ihren Aussagen, um Enttäuschungen vorzubeugen. Zudem ist es bei aller Schnelligkeit sinnvoll, eine Entscheidung anzukündigen und den Personen vorher etwas Zeit einzuräumen, damit sie nicht überstürzt antworten müssen. Stellen Sie in den E-Mails und Telefonaten stets eine freundliche Atmosphäre her. So stellen Sie eine Bindung zwischen sich und den Kandidat:innen her und die Talente sind motivierter, in gleichem Maße verlässlich zu kommunizieren.

Gleichzeitig positionieren Sie sich als Arbeitgebermarke. Durch engagierte und transparente Kommunikation treten Sie sympathischer in Erscheinung und machen so Werbung für Ihr Unternehmen. Einfach zusammengefasst: Je lieber Talente bei Ihnen arbeiten möchten, desto geringer ist das Risiko, Ghosting zu erleben.

2. Optimieren Sie Ihre internen Prozesse, um Zeit zu gewinnen

Um diesen Standard jederzeit aufrechterhalten zu können, benötigen Sie vor allem Zeit. Empfehlenswert ist es also, Ihre aktuellen HR-Prozesse zu analysieren und potenzielle Zeitersparnisse zu entdecken. Beispiele für einfache, aber effektive Änderungen:


• Digitalisieren Sie Ihre Abläufe. Personalisierte, automatische Eingangsbestätigungen sind auf den ersten Blick nur ein kleines Feature, helfen Ihnen aber enorm im Alltag.
• Legen Sie klare Vertretungsregelungen fest. So kommt es in Krankheitsfällen oder während der Urlaubszeit zu weniger Verzögerungen in den Feedbackschleifen.
• Erstellen Sie standardisierte Onboarding-Konzepte, zugeschnitten auf die verschiedenen Unternehmensbereiche.
• Arbeiten Sie mit internen oder externen Talent Pools. Dadurch können Sie mehr Talente schneller direkt erreichen.

3. Etablieren Sie eine Preboarding-Phase

Betrachten Sie den Einstellungsprozess mit dem unterschriebenen Arbeitsvertrag noch nicht als beendet. Denn in der Phase zwischen Zusage und erstem Arbeitstag tritt Ghosting ebenfalls häufig auf. Durch Preboarding können Sie dieser Gefahr entgegenwirken. Ziel ist es, schon vor dem Dienstbeginn eine Bindung mit dem zukünftigen Teammitglied aufzubauen. Beginnen Sie mit einer Willkommens-E-Mail, in der Sie beispielsweise die wichtigsten Ansprechpersonen, Infos zur Anfahrt und zum Standort sowie den weiteren Ablauf bis zum Start mitteilen.

Erkundigen Sie sich zu gegebener Zeit persönlich, ob Fragen oder Unklarheiten aufgekommen sind. Bei Gelegenheit können Sie den oder die zukünftige Mitarbeiter:in zudem zu Ihren Firmenevents einladen. Oder lassen Sie den Neuzugang über Ihre Social-Media-Kanäle oder Grußbotschaften am täglichen Geschehen teilhaben. Beachten Sie jedoch stets: Vor Beginn des Arbeitsvertrages, ist die jeweilige Person rechtlich gesehen eine externe Person.

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Fazit

Ghosting wird sich nicht zu 100 Prozent verhindern lassen – es ist für viele zu einfach und bequem, vermeintlich unangenehmen Gesprächen oder E-Mails aus dem Weg zu gehen. Dennoch kann das Risiko durch zielgerichteten, persönlichen und freundlichen Kontakt vermindert werden. Dazu benötigen HR-Teams vor allem Zeitressourcen.

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