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HR-Chefs sehen sich künftig mehr als Strategen

Mann im Anzug wird von Spirale in die Höhe katapultiert zu einer offen Tür mit Aufschrift
Die meisten Personalverantwortlichen halten es für möglich, dass ihre Position den Aufstieg zum CEO erleichtert.
Foto: © Creativa Images/StockAdobe

Drei Viertel der HR-Führungskräfte (75 Prozent) sind der Meinung, dass CHROs immer mehr zu Strategieberatern der gesamten oberen Führungsebene, also für CEOs und Vorstände, werden. Fast ebenso viele (73 Prozent) denken, dass der Personalleiter eine zunehmend strategische Rolle innerhalb seiner Organisation übernehmen wird. Das geht aus dem zweiten Teil der Studie “Der CHRO und das Unternehmen der Zukunft”, von > Boyden hervor. Für die Erhebung wurden weltweit 310 CHROs, Führungskräfte und andere HR-Entscheider aus Deutschland, Großbritannien, den USA, Kanada, Mexiko, Brasilien und Australien befragt.

Der Erfolg eines CEO sei heute in vielerlei Hinsicht mit der Arbeit des CHRO verbunden, sagt Jörg Kasten, Managing Partner von Boyden Deutschland. Die Rolle des Personalwesens und der HR-Funktion habe sich stark verändert, was unter anderem auch mit neuen Technologien und dem Thema Diversity zusammenhänge.

Fast zwei Drittel der deutschen CHROs gehen von steigendem Einfluss aus

Bereits heute stufen fast alle Studienteilnehmer (95 Prozent) den Personalchef als einflussreich ein; mehr als die Hälfte (54 Prozent) hält ihn sogar für sehr einflussreich. Dass die Bedeutung des strategischen Einflusses dieser Funktion auf die oberste Führungsriege und die Vorstandsebene noch steigen wird, denken hierzulande etwas weniger als zwei Drittel der Befragten (62 Prozent). Damit sind in Deutschland, wie auch in Großbritannien (68 Prozent), weniger der Studienteilnehmer als in anderen Regionen vom zunehmenden Einfluss des CHRO überzeugt. Zum Vergleich: In Nordamerika sind es 71 Prozent, in Lateinamerika sogar 90 Prozent. Dass die Rolle des Personalleiters in Lateinamerika als bedeutender eingestuft wird, erklärt sich laut Boyden durch die lange Wirtschaftskrise Brasiliens, die Unternehmen dazu gezwungen habe, strategischer zu denken, was auch Change-Management-Prozesse beinhaltet habe, die oftmals von den Personalverantwortlichen geleitet wurden.

Passende Talente verfügbar zu haben, wird künftig mindestens so bedeutsam sein wie die Verfügbarkeit von Finanzmitteln. Daher wird das Kern-Führungsteam eines jeden Unternehmens, bestehend aus CEO, CFO und CHRO, künftig noch enger zusammenarbeiten,

denkt Dr. Robert Winterhalter, Global Leader für den Bereich Human Resources und Managing Partner von Boyden Deutschland. Wie groß der Einfluss des Personalchefs auf die Unternehmensstrategie tatsächlich sei, hänge jedoch maßgeblich von seiner individuellen Persönlichkeit und seinem Kompetenzportfolio ab, so die Studie. Mit dem steigenden Einfluss des CHRO sei allerdings auch zunehmender Druck für die Personalchefs und deren Rolle verbunden.

Wer CHRO ist, kann auch CEO werden

Global sind neun von zehn befragten Personalverantwortlichen (89 Prozent) der Ansicht, dass sich die Position des CHRO als Sprungbrett für höhere Führungspositionen, wie die des CEO, entwickeln kann. Noch mehr davon überzeugt sind Studienteilnehmer aus den Bereichen Aus- und Weiterbildung (92 Prozent) sowie Professional Services (91 Prozent). Von den HR-Führungskräften aus der Industrie und dem Finanzdienstleistungssektor denken “lediglich” gut drei Viertel (79 Prozent), dass die CHRO-Position den Karriereweg zum CEO ebnen kann.

Ute Wolter ist freie Mitarbeiterin der Personalwirtschaft in Freiburg und verfasst regelmäßig News, Artikel und Interviews für die Webseite.

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