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Junge Menschen nutzen Lockdown zur persönlichen Entwicklung

Eine junge Frau sitzt auf dem Sofa, Laptop auf dem Schoß, Hantel in der Hand
Was tun, wenn man zu Hause bleiben muss? Besonders junge Menschen suchen sich sinnvolle Alternativbeschäftigungen. Foto: ©Maridav/AdobeStock

Während die Infektionszahlen wieder steigen und Landes- und Bundespolitiker schon wieder über einen möglichen zweiten Lockdown sprechen, haben das Online-Karriereportal Monster und das Meinungsforschungsinstitut YouGov das Verhalten der Deutschen im ersten Lockdown im Frühjahr erforscht.

Für rund ein Drittel der Befragten in der repräsentativen Studie bedeutete die Zeit zu Hause, ihren persönlichen oder beruflichen Horizont zu erweitern. 22 Prozent der Befragten nutzen die Zeit, um etwas für sich privat zu machen: mehr Sport, eine neue Sprache lernen, mal wieder ein Buch lesen, ein Instrument spielen oder ähnliches.
Sechs Prozent arbeiteten in der Phase ohne öffentliches Leben an ihren beruflichen Qualitäten: Sie haben sich mit Remote-Angeboten weitergebildet.

Zeit für Selbstoptimierung haben nicht alle

Allerdings sagte auch ein Teil der Befragten, dass sie im Lockdown sogar weniger Zeit für sich persönlich hatten – im Gegenteil: 13 Prozent waren beruflich stärker gefordert als vor der unfreiwilligen Pandemie-Pause.
Mehr Arbeit hatte vor allem die Altersgruppe der 35- bis 44-Jährigen: Jeder Fünfte in diesem Alter hatte durch den Lockdown im beruflich mehr zu tun. Selbstoptimierung ist da seltener drin – auch weil Menschen in diesem Alter oft weitere Verpflichtungen haben: “Mit Job, einem oder mehreren Kindern Zuhause und vielleicht zusätzlich pflegebedürftigen Angehörigen, war der Lockdown für diese Gruppe teilweise eine besonders harte Prüfung”, sagt Katrin Luzar, Senior Director Marketing bei Monster.

Junge Menschen optimieren, ältere entspannen

Besonders eifrig bei den Alternativbeschäftigungen sind hingegen junge Menschen. 36 Prozent nutzen die Zeit zur persönlichen und neun Prozent zur fachlichen Weiterentwicklung. Die Gruppe mit dem höchsten Lockdown-Engagment für die berufliche Weiterbildung waren die 25- bis 34-Jährigen mit elf Prozent.
Über 55-Jährige hingegen haben größtenteils weitergemacht wie bisher und keine besonderen Aktivitäten unternommen.

Berliner und Bayern nehmen sich die meiste Zeit für sich

Auch die geografische Verteilung hat die Studie erfasst, allerdings mit teils nur geringen Befragtenzahlen. Was sich beobachten lässt: Mit 27 bzw. 25 Prozent nahmen sich die Menschen in Berlin und Bayern besonders viel Zeit für persönliche Aktivität. In die berufliche Weiterbildung investierten die Bremer am meisten Zeit: 11 Prozent der Hanseaten nutzten E-Learning und Co.


Die verwendeten Daten beruhen auf einer Online-Umfrage der YouGov Deutschland GmbH, an der 2.052 Personen zwischen dem 18.09.2020 und 21.09.2020 teilnahmen. Die Ergebnisse wurden gewichtet und sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.